Technologie und Kreativität sind stärkste Wachstumstreiber

Die IAA 2015 hat ihren Besuchern einen Blick in die Zukunft gewährt. Die größte Aufmerksamkeit bekamen nicht etwa die Autohersteller mit den stärksten Motoren oder den teuersten Luxuslimousinen, sondern IT-Unternehmen. „New Mobility“, „Automated Driving“ und „Connected Car“ sind die Schlagworte, die die Branche zurzeit beflügeln. Die Epoche der Informationstechnologie hat gerade erst begonnen und wird die Wirtschaft, wie wir sie kennen, nachhaltig verändern.

Dass die Technologiebranche zu den Wirtschaftszweigen mit den besten Zukunftsaussichten gehört, ist nicht neu. Und auch in Österreich setzen sowohl gestandene Betriebe als auch Start-ups auf Technologie. 2014 haben es sogar drei österreichische Unternehmen in die Fast 500 geschafft. In diesem Wettbewerb kürt Deloitte jedes Jahr die 500 wachstumsstärksten Technologiefirmen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika.

Österreich gilt als einer der aussichtsreichsten E-Commerce-Märkte

Die Informationstechnologie hat mittlerweile viele traditionelle Branchen umgekrempelt. So ist der E-Commerce-Bereich, also der Onlinehandel weiter auf dem Vormarsch. A.T. Kearney, eine amerikanische Unternehmensberatung, stellt jedes Jahr eine Rangliste der Länder mit den höchsten E-Commerce-Wachstumsaussichten zusammen. In diesem Jahr schaffte es Österreich mit dem 27. Platz erstmals unter die Top 30. Branchenkenner wissen aber, dass der traditionelle Einkauf auch weiterhin die größte Rolle beim Verbraucher spielt. Die Zukunft liegt hier vor allem in kreativen Omnichannel-Angeboten, die Online-Shopping und traditionellen Einkauf miteinander verknüpfen.

Technologie hat Aufstieg der Kreativwirtschaft beflügelt

Überhaupt ist die Kreativwirtschaft zu einem bedeutenden Innovationstreiber aufgestiegen. Lange vorbei sind die Zeiten, in denen Kunst und Kultur ein brotloses Dasein fristeten. Die Branche wächst schneller als die Gesamtwirtschaft. Insgesamt arbeiten über 140.000 Menschen in der Kreativwirtschaft, über vier Prozent aller in Österreich Beschäftigten. Storytelling spielt bei Werbung und Verkauf eine immer wichtigere Rolle und kann im World Wide Web die unterschiedlichsten Formen annehmen. Design ist heutzutage nicht mehr nur eine Frage von Mode und Geschmack, sondern vor allem von Usability. Vom guten Webdesign bis zum interaktiven Arbeitsplatz: Die Kreativbranche hat sich eng mit der Informationstechnologie verbunden, und beide gemeinsam formen unsere Zukunft.

Zeitmanagement für Kreative

Kreative Menschen tun sich oft schwer mit den starren Vorgaben des klassischen Zeitmanagements. Das ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Nur weil manche Techniken bei Ihren Kollegen gut funktionieren, heißt das nicht, dass es keine anderen Möglichkeiten gibt, die Zeit und den Arbeitsplatz zu organisieren. Im Gegenteil, jeder Mensch ist ein Individuum und braucht deshalb ganz eigene Rahmenbedingungen, um zu Hochform aufzulaufen. Haben Sie Mut zur Kreativität.
Aufgaben mit einer Mind Map visualisieren

Zerlegen Sie komplexe Projekte in Teilaufgaben und erstellen Sie eine Mind Map. Das Wort Mind Map kommt aus dem Englischen und bedeutet im übertragenen Sinne so viel wie „Landkarte der Gedanken“. Mit dieser speziellen Visualisierungstechnik fördern Sie Ihre Kreativität und behalten dennoch jederzeit den Überblick.
Dafür nehmen Sie ein leeres Blatt Papier und schreiben in die Mitte den Namen des Projektes. Notieren Sie nun stichwortartig in einem ersten Brainstorming alle Ziele, Anforderungen, Teilaufgaben, Kunden, Lieferanten und was Ihnen sonst noch einfällt. Anschließend gliedern Sie all diese Stichworte in Gruppen und Untergruppen. Verwenden Sie unterschiedliche Farben und Symbole, um Aufgaben zu markieren, die beispielsweise zu bestimmten Zeitpunkten fertiggestellt werden müssen oder für die Sie Input von ein und derselben Person benötigen. Wie genau Sie die Mind Map anlegen, bleibt Ihnen überlassen. Entwickeln Sie ein Konzept, dass am besten zu Ihren Aufgaben und Ihrer eigenen Denkweise passt.

Klebezettel statt To-do-Listen

Für alle, deren Tagesablauf nicht exakt planbar ist, kann eine klassische To-do-Liste schnell zu Frustration führen. Bringen Sie mehr Flexibilität in Ihre Planung, indem Sie alle Einzelaufgaben auf Klebezettel schreiben und nach Priorität sortiert an eine Pinnwand kleben. Oder gestalten Sie die Pinnwand gleich als Wochen- oder Monatsplaner und verteilen Sie die Arbeit über einen realistischen Zeitraum. Notieren Sie dafür auf jedem Klebezettel, wie viel Zeit Sie für die Erledigung der jeweiligen Aufgabe veranschlagen. Kommen andere Aufträge dazwischen, kleben Sie die Zettel einfach um. Sobald Sie eine Aufgabe erledigt haben, werfen Sie den Zettel einfach in den Papierkorb.

Zeit zum Entspannen

Das beste Zeitmanagement – ob klassisch oder kreativ – nutzt jedoch nichts, wenn Sie weiterhin Ihren Tag bis zum Anschlag mit Aufgaben vollpfropfen. Planen Sie ganz gezielt Freiräume ein – zum Beispiel ein Mittagessen mit Kollegen oder eine Kaffeepause im Park. So schaffen Sie sich einerseits wertvolle Zeit, um Ihr berufliches Netzwerk zu pflegen, und gönnen andererseits Ihrem Kopf eine Pause, um Informationen zu verarbeiten.
Gönnen Sie sich jeden Tag, vielleicht sogar zwischen einzelnen Aufgaben, ein paar entspannte Momente, in denen Sie Ihre Gedanken einfach mal ziellos umherschweifen lassen. Wer Pausen macht, arbeitet in der Regel konzentrierter und schneller.

Prioritäten richtig setzen

Sie wissen nicht, wo Sie diese Zeit hernehmen sollen? Dann sollten Sie Ihren Umgang mit der Zeit mal genauer unter die Lupe nehmen. Schreiben Sie eine Zeit lang genau auf, wie lange Sie für einzelne Aufgaben benötigen. Betrachten Sie dann Ihren Tagesablauf aus einer Fünf- oder Zehnjahresdistanz. Welche Ziele wollen Sie in diesem Zeitraum erreichen, und welche Aufgaben helfen Ihnen wirklich dabei? Lernen Sie, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, und finden Sie Wege, unnötigen Ballast abzuwerfen.

Seien Sie kreativ!

Wenn Sie der Typ sind, der ein bisschen kreatives Chaos braucht, um effizient zu arbeiten, dann gestalten Sie Ihren Arbeitsplatz so, dass Sie trotzdem den Überblick behalten. Spannen Sie sich eine Wäscheleine und hängen Sie Ihre Wiedervorlage der Reihe nach daran auf. Oder nutzen Sie ein Weinregal, um die Unterlagen einzelner Projekte geordnet aufzubewahren. Ihrer Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Alles, was Ihnen hilft, Ihr Zeitmanagement zu verbessern, ist erlaubt.

Sieben Tipps für einen starken Online-Auftritt

Personalverantwortliche verlassen sich bei der Suche nach einem neuen Mitarbeiter nicht mehr nur auf die Bewerbungsunterlagen. Eine Umfrage unter österreichischen Unternehmen ergab: Fast drei Viertel der Personaler googeln Bewerber vor dem ersten Gespräch. Wer einen professionellen Online-Auftritt pflegt, erhöht seine Chancen auf Einstellung deutlich. Wir haben einige Tipps zusammengestellt, wie Sie sich im Internet von Ihrer besten Seite zeigen.
1. Legen Sie ein aussagekräftiges Profil auf XING oder LinkedIn an

Neben Google gehören die beruflichen Netzwerke XING und LinkedIn zu den ersten Quellen, die Personaler für ihre Online-Recherche heranziehen. Im deutschsprachigen Raum ist XING weiter verbreitet. Wer international präsent sein will, sollte sich bei LinkedIn anmelden. Achten Sie darauf, dass die Informationen in Ihrem Profil mit denen in Ihrer Bewerbung übereinstimmen. Bewerber, bei denen die Online-Recherche Zweifel an der Richtigkeit der Angaben im Lebenslauf aufwirft, werden erst gar nicht zum Gespräch eingeladen.

2. Schärfen Sie Ihr Experten-Profil durch eine Homepage oder einen Blog

Nur wer etwas publiziert, wird auch gefunden. Grundsätzlich gilt es zwar nicht als negativ, wenn ein Bewerber keine Online-Präsenz hat. Aber Kommunikation gehört in vielen Berufen einfach dazu. Zeigen Sie, dass Sie mit Online-Medien professionell umgehen können, und machen Sie sich durch gut recherchierte Beiträge und kluge Kommentare einen Namen.

3. Nutzen Sie soziale Netzwerke

Wenn die Zeit für eine eigene Homepage oder einen Blog nicht ausreicht, können Sie auch soziale Netzwerke nutzen, um auf sich aufmerksam zu machen. So werden beispielsweise Facebook-Profile bei Suchmaschinen meist sehr weit oben gelistet. Wichtig ist natürlich, dass Sie auch hier regelmäßig vorbeischauen, eigene Gedanken publizieren oder interessante Inhalte anderer Quellen mit Ihrem Netzwerk teilen.

4. Trennen Sie Privates und Berufliches

Aufgrund der Prominenz sozialer Netzwerke auf Suchmaschinen ist es wichtig, dass Sie Privates und Berufliches sauber trennen. Über die Privatsphären-Einstellung, die es in jedem sozialen Netzwerk gibt, kann man festlegen, wer welche Beiträge lesen darf. Fotos Ihrer Kinder oder Haustiere sind für zukünftige Arbeitgeber uninteressant. Überlegen Sie sich selbst, welchen Eindruck Sie Personalern, die beispielsweise Ihr Facebook-Profil aufrufen, vermitteln wollen.

5. Respektieren Sie Ihre Kommunikationspartner

Auch wenn die Kommunikation im Internet anonymer erscheint als ein persönliches Gespräch, gelten doch die gleichen Grundregeln zum respektvollen Umgang miteinander. Da es sehr schwierig ist, einmal online geäußerte Ansichten wieder zu löschen, ist es sogar noch wichtiger, dass Sie sich genau überlegen, was Sie publizieren wollen. Halten Sie sich also mit abwertenden Kommentaren oder diskriminierenden Meinungsäußerungen zurück.

6. Achten Sie auf Ihr Image

Selbstverständlich wollen Sie nicht, dass das erste Bild, das ein potenzieller Arbeitgeber von Ihnen sieht, ein negatives Image projiziert. Gleichzeitig haben Sie auch keine volle Kontrolle darüber, welche Fotos andere publizieren, in denen Sie unvorteilhaft erscheinen. Deshalb sollten Sie sich regelmäßig selbst im Internet suchen, um herauszufinden, was über Sie im Netz steht. Über das kostenlose Google Alert – eine Art E-Mail-Abo für festgelegte Stichwörter – können Sie sich auch benachrichtigen lassen, wenn der eigene Name irgendwo neu im Internet auftaucht.

7. Seien Sie offen für den Dialog

Kommunikation ist keine Einbahnstraße. Es ist nicht nur wichtig, dass Sie regelmäßig neuen Content produzieren. Sie sollten auch auf Ihre Leser eingehen. Wer Kommentare unbeantwortet lässt, wirkt schnell überheblich und riskiert, Leser und damit Reichweite zu verlieren. Das gilt besonders im Umgang mit Kritik. Widerstehen Sie der Versuchung, kritische Kommentare zu löschen. Treten Sie lieber in den Dialog und versuchen Sie, Missverständnisse aus dem Weg zu räumen. Beleidigende oder diskriminierende Kommentare müssen Sie sich jedoch nicht gefallen lassen.

So machen Sie beim Bewerbungsgespräch einen guten Eindruck

Die erste Etappe ist geschafft: Aufgrund Ihrer schriftlichen Bewerbung sind Sie in die engere Auswahl gekommen. Nun liegt die nächste Herausforderung vor Ihnen – das Bewerbungsgespräch. Mit den folgenden zehn Tipps verstärken Sie den guten Eindruck aus Ihren Bewerbungsunterlagen und erhöhen Ihre Chancen auf eine Einstellung.
1. Gewinnen Sie durch Höflichkeit und Freundlichkeit

Egal, auf welche Stelle Sie sich bewerben, treten Sie von Anfang an höflich und zuvorkommend auf. Benimmt sich jemand an der Rezeption herablassend oder unfreundlich, hört möglicherweise auch der potenzielle Chef davon und entscheidet sich für jemand anderen.

2. Kleiden Sie sich angemessen

Der erste Eindruck ist oft entscheidend. Schon bevor das Gespräch beginnt, bildet sich Ihr Gegenüber unweigerlich eine Meinung, die vor allem auf äußeren Merkmalen basiert. Dass Kleidung und Schuhe sauber sind, sollte selbstverständlich sein. Beachten Sie gegebenenfalls den Dresscode. Während in konservativen Branchen Anzug und Krawatte ein Muss sind, wirkt man damit in kreativen oder technologie-orientierten Unternehmen schnell „overdressed“. Wichtig ist, dass die Kleidung gut sitzt und bequem ist. Wer sich in seiner Kleidung wohl fühlt, wirkt automatisch sicherer und überzeugender.

3. Bereiten Sie sich gut vor

Ihr Gesprächspartner kennt Sie bislang nur aus den Bewerbungsunterlagen und möchte ausgehend davon mehr über Ihre Person und Ihre Fähigkeiten erfahren. Bringen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen am besten mit. Sie dienen oft als roter Faden für das Gespräch. Überlegen Sie, welche Fragen sich aus Ihrem Lebenslauf oder dem Anschreiben ergeben könnten und denken Sie über passende Antworten nach. Außerdem sollten Sie Ihren eigenen Kugelschreiber oder Füller mitbringen, um sich im Gesprächsverlauf Notizen zu machen.

4. Zeigen Sie Interesse

Informieren Sie sich vorher umfassend über das Unternehmen und die ausgeschriebene Stelle. Schreiben Sie sich Fragen auf, die Sie interessieren. Mithilfe Ihrer eigenen Fragen können Sie das Gespräch ein Stück weit selbst mitlenken. Seien Sie auch hier ruhig kreativ. Wer kluge und ausgefallene Fragen stellt, weckt bei seinen Gesprächspartnern Aufmerksamkeit. Vermeiden Sie jedoch Fragen, die nur auf Materielles abzielen. Sprechen Sie über Gehaltsvorstellungen ausschließlich, wenn Sie direkt danach gefragt werden.

5. Bleiben Sie offen und ehrlich

Verschweigen Sie keine wichtigen Informationen über Ihre Ausbildung, Ihren beruflichen Werdegang oder Nebentätigkeiten. Gehen Sie auf Lücken im Lebenslauf ein, ohne sie zu beschönigen. Sicherlich haben Sie auch während beruflicher Auszeiten wichtige persönliche Erfahrungen gemacht, die Sie zu der Person werden ließen, die Sie heute sind.

6. Werden Sie nicht überheblich

Auch wenn Sie schon viel in Ihrem Berufsfeld erreicht haben, sollten Sie nicht in Prahlerei verfallen. Abfällige Bemerkungen über frühere Arbeitgeber oder Kollegen sind absolut tabu und zeugen von mangelnder Teamfähigkeit.

7. Vermarkten Sie sich

Sie sollten zwar nicht angeben, aber Sie sollten sich auch nicht zu klein machen. Sie haben Ihrem potenziellen Arbeitgeber etwas zu bieten. Gehen Sie konkret darauf ein, wie Sie Ihre Fähigkeiten an Ihrem neuen Arbeitsplatz einsetzen wollen.

8. Stellen Sie keine übertriebenen Forderungen

Wer nur über Geld oder andere materielle Gehaltsbestandteile spricht, signalisiert dem Gesprächspartner, dass man sich mehr für sich selbst als für die zu besetzende Stelle interessiert. Auch überzogene Gehaltsvorstellungen und kleingeistige Detailforderungen, wie beispielsweise Spesenabrechnungen oder Firmenwagen, können dazu führen, dass der Bewerbungsprozess mit dem Vorstellungsgespräch zu Ende ist.

9. Ein guter Eindruck bis zum Schluss

Bedanken Sie sich bei Ihren Gesprächspartnern für die Zeit und die Informationen. Drängen Sie nicht auf eine sofortige Entscheidung. In der Regel führt das Unternehmen Gespräche mit mehreren Bewerbern durch, und entscheidet sich erst danach für den passenden Kandidaten. Allerdings sollten Sie am Ende des Gespräches durchaus Ihr Interesse noch einmal hervorheben. Schließlich wollen Sie bei Ihrem Wunscharbeitgeber nicht den Eindruck hinterlassen, Sie seien unentschieden oder es wäre Ihnen egal, ob Sie die Stelle erhalten. Fragen Sie ruhig nach, bis wann Sie mit einer Entscheidung rechnen können.

10. Fassen Sie nach

Oft ziehen sich Bewerbungsprozesse länger hin als erwartet. Wenn der Termin verstrichen ist, zu dem man Sie über die Entscheidung informieren wollte, bietet es sich an, Ihren Gesprächspartner zu kontaktieren und nachzufragen. Einerseits zeigen Sie damit Engagement und Interesse, und andererseits schweben Sie so nicht länger im Ungewissen. Erhalten Sie eine Absage, nutzen Sie die Gelegenheit, um sich Feedback zu holen. Vielleicht erfahren Sie so, was Sie beim nächsten Mal besser machen können.

Wenn es nicht gleich beim ersten Bewerbungsgespräch klappt, verlieren Sie nicht den Mut. Sehen Sie jedes Vorstellungsgespräch als eine Gelegenheit an, um an Ihrem professionellen Auftreten zu arbeiten.

Hohe Kapitalreserven stärken M&A-Geschäft

In den letzten Monaten hat die griechische Schuldenkrise die europäische Wirtschaft in Atem gehalten. Kein Wunder, dass viele Unternehmen zurückhaltend bleiben, wenn es um größere Investitionen geht. Lieber halten sie ihr Geld zusammen, um im Falle einer neuen Rezession gewappnet zu sein. Allerdings führt die Sparsamkeit der Betriebe in einen Teufelskreis, denn ohne Investitionen fehlt der Wirtschaft ein entscheidender Wachstumsimpuls.

 

 

Seit der Finanzkrise von 2008 horten Unternehmen Geld

Der Zusammenbruch von Lehman Brothers im Jahr 2008 wirkt bis heute nach. Damals drehten Banken den Unternehmen über Nacht den Geldhahn zu. Um sich von der Kreditfinanzierung unabhängiger zu machen, haben viele Firmen ihre Überschüsse seitdem gespart, anstatt zu investieren. Die fünf größten Dax-Unternehmen haben ihre Barreserven seit 2007 um etwa zwei Drittel erhöht. Und auch im Mittelstand hat sich Umfragen zufolge das Reservepolster nahezu verdoppelt.

 

Barreserven wecken Begehrlichkeiten

Weder Anteilseigner noch Wirtschaftspolitiker sind jedoch über die hohe Liquidität erfreut. Auch wenn Kapitalreserven ein Unternehmen widerstandsfähiger machen, sehen viele in dem derzeitigen Ausmaß totes Kapital. Regierungen wollen mehr Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze. Und Aktionäre wollen, dass das Unternehmen ihr Geld entweder in renditestarke Projekte investiert oder die Überschüsse auszahlt. Immer häufiger nehmen die Aktivisten unter den Investoren die hohen Liquiditätsbestände der Betriebe aufs Korn und setzen Sonderausschüttungen oder Aktienrückkäufe durch.

 

Amerikanische IT-Unternehmen halten größte Liquiditätsreserven

Die hohe Liquidität in Unternehmen ist nicht nur ein europäisches Phänomen. Die größten Barreserven der Welt halten die vier US-amerikanischen IT-Giganten Apple (ca. 144 Mrd. Euro), Microsoft (ca. 80 Mrd. Euro), Google (ca. 60 Mrd. Euro) und Oracle (ca. 36 Mrd. Euro). Die Barreserven der vier Unternehmen übersteigen zusammen sogar die Schulden Griechenlands. Allerdings liegt ein großer Teil der amerikanischen Liquidität im Ausland und wird dort auch bleiben, weil Vater Staat bei der Einfuhr internationaler Erträge bis zu 35 Prozent Steuern erhebt. Da verwenden die Firmen ihr Geld lieber, um andere Unternehmen in ihren Zielmärkten zu kaufen, wie der Anstieg der M&A-Aktivität seit Jahresbeginn zeigt.

Die größten Börsengänge aller Zeiten

Das Emissionsgeschäft in Europa brummt. Im ersten Quartal 2015 gingen auf dem alten Kontinent 51 Unternehmen an die Börse und sammelten bei den Aktionären insgesamt umgerechnet 16,3 Mrd. US-Dollar ein. Im Vergleich zu den größten IPOs, wie Börsengänge in der Fachsprache auch genannt werden, nimmt sich das Emissionsvolumen jedoch bescheiden aus. Welche Unternehmen haben die größten Eindrücke auf dem Börsenparkett hinterlassen? Hier stellen wir Ihnen die Top Ten vor.

 

 

1. Alibaba: 25 Mrd. US-Dollar (2014)

Seit dem Aktien-Debüt von Alibaba an der New Yorker Börse im September 2014 zweifelt wohl niemand mehr an Chinas Bedeutung für die Weltwirtschaft. Die Online-Handelsplattform sammelte 25 Milliarden US-Dollar ein und wurde damit zum größten IPO aller Zeiten. Allerdings halten Aktionäre keinen direkten Anteil an der chinesischen Firma, sondern an einer auf den Cayman Islands gegründeten Holding.

 

2. Agricultural Bank of China: 22,1 Mrd. US-Dollar (2010)

So schnell ist das Reich der Mitte in den letzten Jahren gewachsen, dass auch das zweitgrößte IPO aus China kommt. Im Juli 2010 gab die Agricultural Bank of China, eine der größten Banken des Landes, Aktien an den Börsen Schanghai und Hongkong aus und nahm umgerechnet gut 22,1 Mrd. US-Dollar ein. Der Staat hält weiterhin einen großen Teil der Unternehmensanteile.

 

3. Industrial and Commercial Bank of China: 21,2 Mrd. US-Dollar (2006)

Und auch auf Platz drei befindet sich ein chinesisches Unternehmen. Chinas größte Bank, die auch unter der Abkürzung ICBC bekannt ist, platzierte 2006 Aktien im Wert von umgerechnet 21,2 Mrd. US-Dollar. Auch ICBC ist weiterhin teilweise in staatlicher Hand.

 

4. NTT Docomo: 18,1 Mrd. US-Dollar aus (1998)

Es ist schon eine Weile her, dass Japan den Ruf eines internationalen Power-Hauses genoss. Aber immerhin schafft es der Börsengang von Nippons größtem Mobilfunkanbieter mit einem Emissionsvolumen von 18,1 Mrd. US-Dollar auf Platz vier.

 

5. Visa: 17,9 Mrd. US-Dollar (2007)

Das amerikanische Kreditkartenunternehmen ging im März 2007 an die Börse und sammelte in der Frühphase der Finanzkrise immerhin noch 17,9 Mrd. US-Dollar ein. Heute ist das Unternehmen mehr als dreimal so viel wert wie zur Zeit der Börseneinführung.

 

6. AIA 17,8 Mrd. US-Dollar (2010)

Im September 2008 wurde der amerikanische Versicherungsgigant AIG, der gemeinsam mit einigen Investmentbanken im Zentrum der Finanzkrise stand, zwangsverstaatlicht. Bis heute gilt die Aktion, die über 180 Mrd. US-Dollar kostete, in den USA als größter staatlicher Bail-out eines Privatunternehmens. Als teilweise Wiedergutmachung brachte das Spin-off des Asiengeschäftes AIA im Jahr 2010 beim Gang an die Hongkonger Börse immerhin 17,8 Mrd. US-Dollar ein.

 

7. Enel: 16,5 Mrd. US-Dollar (1999)

Im Zuge der Liberalisierung des italienischen Energiemarktes in den 1990ern wurde Enels Energieversorgungsmonopol schrittweise aufgebrochen. Das Staatsunternehmen musste einige Geschäftssparten auslagern und wurde privatisiert. Beim Börsengang 1999 konnte es Aktien im Wert von 16,5 Mrd. US-Dollar platzieren.

 

8. Facebook: 16 Mrd. US-Dollar (2012)

Zukunftsweisend oder maßlos überschätzt? Kaum ein Börsengang hat so viel Aufmerksamkeit erregt wie der von Facebook. Mit einem Emissionsvolumen von 16 Mrd. US-Dollar liegt das soziale Netzwerk auf Platz acht der weltweit größten IPOs. Die Skeptiker sollten jedoch zunächst recht behalten. Kurz nach der Börseneinführung ging die Aktie auf Sinkflug und verlor fast die Hälfte ihres ursprünglichen Wertes. Gut, wer nicht in Panik verkauft hat. Heutzutage liegt der Kurs etwa doppelt so hoch wie zur Börseneinführung.

 

9. General Motors 15,7 Mrd. US-Dollar (2010)

Der Börsengang auf Platz neun ist kein neuer Kandidat. General Motors, einer der größten Automobilhersteller der Welt, hatte 2009 Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt, ein US-Insolvenzverfahren mit dem Ziel der Restrukturierung. Die Aktien wurden von der Börse genommen. Im November 2010 wurden sie unter ihrem alten Ticker-Symbol erfolgreich wiedereingeführt.

 

10. NTT 15,3 Mrd. US-Dollar (1987)

Für den japanischen Telekommunikations-Riesen Nippon Telegraph and Telephone stand im Jahr 1985 die Privatisierung an. Beim Börsengang 1987 sammelte das Unternehmen für damalige Verhältnisse gigantische 15,3 Mrd. US-Dollar ein. 1999 wurde der Konzern umstrukturiert und ging unter anderem in der NTT Communications auf.

Die größten M&A-Transaktionen aller Zeiten

2015 scheint zum Rekordjahr für M&A-Transaktionen zu werden. Schon zu Beginn des zweiten Quartals haben die angekündigten Unternehmenszusammenschlüsse und -übernahmen die Marke von einer Billion US-Dollar geknackt – mehr als zur gleichen Zeit im Jahr 2007 – dem bisher besten Jahr im M&A-Geschäft. Aber obwohl bereits einige sehr große Geschäfte abgeschlossen wurden, wie zum Beispiel Shells Übernahme von BG Group für 70 Mrd. US-Dollar, hat es bislang noch keine der Transaktionen in die Top Ten der M&A-Geschichte geschafft. Welche die spektakulärsten M&A-Geschäfte waren? Hier stellen wir sie vor:

 

1. Vodafone AirTouch kauft Mannesmann für 203 Mrd. US-Dollar (1999)

Die feindliche Übernahme des deutschen Traditionsunternehmens durch den britischen Mobilfunk-Wettbewerber sorgte in Deutschland nicht nur für Aufsehen, sondern für Protest. Denn Vodafone AirTouch, die sich 2001 in Vodafone Group umbenannten, wurde durch die Transaktion zu einem der bedeutendsten Marktteilnehmer am deutschen Mobilfunkmarkt. Nach der Übernahme wurde der Mannesmann-Konzern zerlegt und alle Betriebsteile, die der verarbeiteten Industrie angehörten, verkauft.

 

2. America Online (AOL) übernimmt Time Warner für 182 Mrd. US-Dollar (2000)

Zum Höhepunkt des Dotcom-Booms schlossen sich die beiden Unternehmen zum größten Medienhaus der Welt zusammen. Der anschließende Crash in der Branche führte jedoch zu einem Auseinanderbrechen des Konzerns.

 

3. Verizon kauft Vodafones Anteil am Joint Venture Verizon Wireless für 130 Mrd. US-Dollar (2013/14)

Verizon zahlte für den Anteil mit einer Mischung aus Liquidität und Aktien (cash and share deal). Vodafone nutzte den Kapitalzufluss nicht für eine größere Neuinvestition. So konnten sich seine Aktionäre über eine hohe Dividende freuen.

 

4. Altria gliedert Philip Morris International für 113 Mrd. US-Dollar aus (2008)

Altria Group sah für den Zigaretten-Hersteller bessere Wachstumsaussichten außerhalb des US-Marktes, der von spektakulären Klagen heimgesucht wurde. Die Aktien von Philipp Morris International wurden unter anderem an der London Stock Exchange gelistet und Altrias Aktionäre erhielten Anteile am Spin-off.

 

5. RBS übernimmt ABN AMRO für 98 Mrd. US-Dollar (2007)

Die feindliche Übernahme der niederländischen Bank ABN AMRO durch die Royal Bank of Scotland im Konsortium mit Belgiens Fortis Bank und Spaniens Banco Santander wurde in der kurze Zeit später beginnenden Finanzkrise zum Inbegriff des Größenwahns einiger internationaler Banken. Schon ein Jahr später musste die Bank vom Staat gerettet werden. Mittlerweile plant die britische Regierung eine Privatisierung, obwohl die Bank noch immer nicht als komplett saniert gilt.

 

6. AT&T kauft BellSouth Corporation für 89 Mrd. US-Dollar (2006)

Mit der Übernahme des regionalen Telekomunternehmens baute AT&T seine ohnehin schon dominante Rolle im US-amerikanischen Telefonmarkt aus.

 

7. Pfizer übernimmt Warner-Lambert für 89 Mrd. US-Dollar (2000)

In einer der spektakulärsten Übernahmeschlachten konkurrierten Pfizer und American Home Product drei Monate lang um das Pharmaunternehmen Warner-Lambert. Erst nachdem Pfizer eine Entschädigung von 1,8 Mrd. US-Dollar an American Home zahlte, war der Weg zum Zusammenschluss mit Warner-Lambert frei.

 

8. Exxon Corporation und Mobil Corp schließen sich in einer mit 85 Mrd. US-Dollar bewerteten Transaktion zusammen (1998)

Die beiden Ölunternehmen gehörten einst zu John D. Rockefellers Standard Oil Trust. Knapp 90 Jahre nach der staatlich durchgesetzten Zerschlagung des Monopols schlossen sich zwei der zahlreichen Nachfolgeunternehmen zu ExxonMobil zusammen, das heute zu den größten Unternehmen der Welt zählt.

 

9. Royal Dutch Petroleum übernimmt Shell für 80 Mrd. US-Dollar (2004)

Vor der Übernahme gehörte Shell zu 60 Prozent Royal Dutch Petroleum und zu 40 Prozent Shell Transport & Trading. Royal Dutch Petroleum übernahm die Anteile an Shell. Das umbenannte Unternehmen Royal Dutch Shell gehört wie ExxonMobil zu den größten Ölunternehmen der Welt.

 

10. Glaxo Wellcome und SmithKline Beecham schließen sich in einer mit 79 Mrd. US-Dollar bewerteten Transaktion zusammen (2000)

Der Zusammenschluss der beiden europäischen Unternehmen zu GlaxoSmithKline formte das größte Pharmaunternehmen der Welt.

Wenn der Börsengang schiefgeht – ein Blick hinter die Kulissen fünf spektakulärer Börsenflops

Im letzten Blogpost haben wir Ihnen die größten IPOs aller Zeiten vorgestellt. Aber nicht jeder Börsengang ist ein Erfolg. Oft liegt es an der Marktsituation: Zu viele Unternehmen gehen gleichzeitig an die Börse, oder die Stimmung am Aktienmarkt kippt. Aber es gibt auch eine ganze Reihe von Börsenflops, die vermeidbar gewesen wären, wenn Unternehmer und Konsortialbanken, aber auch Anleger ihre Arbeit gründlich gemacht hätten. Hier stellen wir Ihnen fünf Beispiele vor.

 

 

1. Planlos: eToys.com

Das Internet macht alles möglich – das war das Motto der späten 1990er Jahre. Jeder, der etwas auf sich hielt, gründete eine Internetfirma und brachte sie an die Börse. eToys.com galt für eine kurze Zeit als der innovativste Spielwarenhändler der Welt. Die Spielsachen waren online nach Altersgruppen sortiert und Kunden konnten umfangreiche Produktbewertungen lesen. Kein Wunder also, dass sich die Aktie am Einführungstag im Mai 1999 mehr als verdreifachte. Scheinbar hatte der Gründer Toby Lenk selbst wohl nicht mit dem Erfolg seiner Idee gerechnet und kam mit dem Aufbau der nötigen Infrastruktur nicht hinterher. Als im gleichen Jahr bestellte Spielsachen nicht wie versprochen bis zum Weihnachtsmorgen ankamen, hatte das Unternehmen sein größtes Asset verspielt: das Vertrauen der Kunden. Im Folgejahr bestellten sie ihre Spielsachen lieber woanders und eToys.com meldete 2001 Konkurs an.

 

2. Verlustbringend: theGlobe.com

1994, zehn Jahre vor Facebook entwickelten die Studenten Stephan Paternot und Todd Krizelman das soziale Netzwerk theGlobe.com. 1998 ging das Unternehmen an die Börse und machte seine Gründer zu Millionären. Wie viele während der Dotcom-Blase hatte das Unternehmen bis dahin noch keinen Gewinn erwirtschaftet. Darüber hinaus verbrachten die Anfangzwanzigjährigen fortan mehr Zeit auf Partys, anstatt sich um ihr Unternehmen zu kümmern. Kein Wunder also, dass theGlobe.com nur ein Jahr nach dem Börsengang abstürzte und praktisch nichts mehr wert war.

 

3. Inkompetent: Vonage

Vonage bietet seit 2001 in den USA Internettelefonie an. Das Geschäft brachte in den ersten Jahren jedoch nur Verluste ein. 2006 beschloss die Geschäftsleitung, Kapital über die Börse aufzunehmen. Anstatt große Kapitalanleger zu umwerben, entschied sich Vonage jedoch, seine Kunden als Investorenbasis zu erschließen. Die Idee war nicht schlecht, aber aufgrund eines technischen Fehlers wurde den Kunden am Tag des IPOs mitgeteilt, dass der Kauf nicht ausgeführt wurde. Die Aktie verlor 30 Prozent innerhalb der ersten Woche, und plötzlich hieß es, dass der Aktienkauf doch geklappt hatte. Die Kunden mussten trotz der Börsenverluste den ursprünglichen Emissionspreis zahlen. Es folgten jahrelange Gerichtsverhandlungen, und 2009 wurde endlich ein Vergleich erzielt. 2010 überraschte Vonage seine Investoren endlich mit positiven Nachrichten. Die Umsätze stiegen und das Geschäft erwirtschaftete endlich Gewinne.

 

4. Überschätzt: Shanda Games

Das chinesische Unternehmen Shanda Games, das unter anderem erfolgreiche Online-Computerspiele wie „Legend of Mir“ vertreibt, ging 2009 an die US-Börse, in der Hoffnung, seinen Bekanntheitsgrad in Amerika zu erhöhen. Nach erstem positivem Feedback erhöhten das Unternehmen und seine Underwriter (JPMorgan und Goldman Sachs) die Anzahl der zu platzierenden Aktien und legten den Emissionspreis am oberen Ende der Preisspanne fest. Damit hatten sie sich jedoch überschätzt. Der Aktienkurs fiel schon am ersten Tag um 14 Prozent, eines der schlechtesten Börsendebuts des Jahres.

 

5. Schamlos: Blackstone

Steve Schwarzman und Peter Peterson betrachten das IPO von Blackstone wahrscheinlich nicht als Flop. Schließlich verdienten die beiden Gründer der Private Equity Firma 2,6 Mrd. US-Dollar, während die Aktionäre schon im ersten Jahr 42 Prozent verloren. Was war schiefgelaufen? Seit der Gründung in den 1980er Jahren hatte Blackstone doch eine Rendite von durchschnittlich 23 Prozent für seine Investoren erwirtschaftet. Die Aktionäre hätten wohl den Börsenprospekt genauer lesen sollen. Sie hatten nämlich nicht Anteile an der Blackstone Group selbst erworben, sondern an einer Holding, die lediglich für das Management der Investments verantwortlich war, nicht aber von den Wertsteigerungen profitierte. Aber das konnte man ja im Kredit-Hype von 2007 leicht übersehen. Finanzprofis, die sie sind, erwischten Schwarzman und Peterson mit ihrem IPO den Höhepunkt der Kreditblase. Der Aktienkurs der Blackstone Holding hat sich bis heute nicht erholt und dümpelt bei weniger als der Hälfte seines Emissionspreises.

Interesse an M&A-Geschäft steigt in Österreich

Mergers & Acquisitions, wie das Geschäftsfeld der Fusionen und Unternehmensübernahmen in der Fachwelt oft genannt wird, klingt nach amerikanischen Großkonzernen und Milliarden-Deals. Weltweit mögen die USA die meisten und größten Übernahmen verbuchen. Aber auch in Österreich, fernab vom internationalen Medienrummel, wechseln jährlich Tausende von kleinen und mittelständischen Betrieben ihren Besitzer.

M&A-Geschäft bietet Lösungen zur Unternehmensnachfolge

Früher war die Sache klar: Der Vater vererbte sein Geschäft an den Sohn. Heutzutage haben sich die Kinder jedoch häufig schon eine eigene Karriere aufgebaut, wenn die Unternehmensnachfolge zum Thema wird. Nur noch etwa die Hälfte der Betriebe wird innerhalb der Familie weitergegeben. Deshalb steigt das Interesse an Nachfolgelösungen außerhalb der Familie. Durch den Verkauf an einen langjährigen Manager, einen anderen Unternehmer oder einen Finanzinvestor bleiben Arbeitsplätze erhalten, und der Verkäufer kann sich über ein finanzielles Polster für den Ruhestand freuen.

Im Gastgewerbe finden die meisten Übernahmen statt

Am häufigsten zum Verkauf stehen laut Nachfolgebörse der Wirtschaftskammern Österreichs (WKO) Restaurants und Cafés (29 Prozent), gefolgt von Unternehmen aus dem Bereich Gesundheit & Schönheit (14 Prozent). Handwerksbetriebe rangieren mit 12 Prozent aller zum Verkauf stehenden Unternehmen auf Platz drei.

Insolvenzrisiko reduzieren: Übernahme statt Gründung

In den nächsten Jahren wird die Anzahl der Unternehmen, die einen Nachfolger außerhalb der Familie suchen, voraussichtlich noch steigen. Allen, die sich gern selbstständig machen wollen, kommt dieser Trend entgegen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Wer ein etabliertes Unternehmen kauft, vermeidet die Durststrecke der ersten Jahre. Immerhin geht in Österreich fast ein Drittel der neu gegründeten Firmen innerhalb der ersten drei Jahre pleite. Wer ein Unternehmen kauft, dessen Produkte bereits über einen gewissen Bekanntheitsgrad verfügen und das zudem noch einen festen Kundenstamm hat, kann dieses Risiko reduzieren.

Externe Berater helfen bei Verkauf und Übernahme

Ob eine Übernahme erfolgreich ist, hängt weder von der Branche noch von der Unternehmensgröße ab, sondern von den Menschen, die sich bei der Verhandlung gegenübersitzen. Den Verkäufern, die den Betrieb oft selbst gegründet haben, fällt es manchmal schwer loszulassen. Arbeitnehmer, Kunden und Lieferanten sind verunsichert. Um die Interessen aller Beteiligten zu berücksichtigen, ist viel Sensibilität gefragt. Deshalb lohnt es sich, auch beim Kauf oder Verkauf kleiner Unternehmen einen externen Berater hinzuzuziehen. Mit Objektivität und professionellem Verhandlungsgeschick vermittelt er zwischen den Parteien und fördert so eine reibungslose Abwicklung der Übernahme.

 

Worauf Sie beim Abschluss eines Leasingvertrages achten sollten

Vor Kurzem haben wir Ihnen in einem  Blogpost die Vorteile von Leasing vorgestellt. Leasingverträge können sehr individuell gestaltet werden, was besonders für Unternehmer sehr vorteilhaft sein kann. Die bilanziellen und steuerlichen Vorteile gelten jedoch nicht für jeden Leasingvertrag. In diesem Blogpost stellen wir Ihnen zwei wichtige Leasingformen vor – operatives Leasing und Finanzierungsleasing – und zeigen Ihnen, welche Auswirkungen die Wahl der Leasingform hat.

Operatives Leasing – auf die Nutzung ausgerichtet

Das operative Leasing hat Ähnlichkeit mit einem Mietvertrag. Der Leasinggeber stellt dem Leasingnehmer ein Wirtschaftsgut, zum Beispiel eine Maschine, zur Verfügung. Dieser darf das Leasingobjekt über die vereinbarte Laufzeit nutzen und zahlt dafür eine Leasingrate. Die Laufzeit des Leasingvertrages ist dabei in der Regel deutlich kürzer als die Lebenszeit der Maschine. Nach Ablauf des Leasingvertrages gibt der Leasingnehmer das Objekt zurück. Der Leasinggeber vermietet den Gegenstand dann weiter oder verkauft ihn. Bis dahin wird das Leasingobjekt in der Bilanz des Leasinggebers ausgewiesen, während der Leasingnehmer die Leasingraten als Betriebsausgaben verbucht, die steuerlich voll absetzbar sind.

Finanzierungsleasing – eine flexible Finanzierungsalternative

Aufgrund des hohen Investitionsrisikos werden für gewöhnlich nur Standardobjekte unter einem operativen Leasingvertrag vermietet, bei denen Nachfrage und Wertentwicklung mit einiger Sicherheit prognostiziert werden können. Das ist beim Finanzierungsleasing anders. Hier steht, wie der Name vermuten lässt, der Finanzierungsgedanke im Mittelpunkt. Das heißt, Finanzierungsleasing ist mit einem Kredit vergleichbar. Die Laufzeit des Leasingvertrages entspricht oft der tatsächlichen Nutzungsdauer des Leasingobjektes. Häufig wird dem Leasingnehmer sogar eine Kaufoption eingeräumt. Das Risiko des Leasinggebers beschränkt sich damit praktisch auf das Ausfallrisiko des Leasingnehmers. Deshalb können über diese Leasingform auch individuell angefertigte Leasingobjekte wie zum Beispiel Pkw mit Sonderausstattung finanziert werden.

Wirtschaftliches Eigentum entscheidet über Bilanzierung

Beim Finanzierungsleasing ist der Leasinggeber zwar weiterhin der juristische Eigentümer des Leasingobjektes, der Leasingnehmer trägt jedoch alle wirtschaftlichen Risiken. In diesen Fällen schreibt der Gesetzgeber vor, dass der geleaste Gegenstand im Anlagevermögen des Leasingnehmers bilanziert werden muss. Die finanziellen Verpflichtungen aus dem Leasingvertrag werden wie ein Kredit unter den Verbindlichkeiten erfasst. Nur die Zinszahlungen fallen unter die Betriebsausgaben. Tilgungszahlungen können nicht von der Steuer abgesetzt werden.

Steuervorteile hängen von Vertragsgestaltung ab

Will ein Leasingnehmer von den bilanziellen und steuerlichen Vorteilen von Leasing profitieren, muss der Leasingvertrag so strukturiert werden, dass das wirtschaftliche Eigentum beim Leasinggeber verbleibt. Dazu gehört zum Beispiel, dass die Vertragslaufzeit nicht mehr als 90 Prozent der Nutzungsdauer ausmachen darf. Auch für Kaufoptionen und Anschlussmietverträge gelten sehr strikte Vorgaben. Lassen Sie sich vor Abschluss eines Leasingvertrages von einem Steuerexperten beraten, um sicherzustellen, dass die Vertragsgestaltung auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt ist.