Robuster M&A-Markt im ersten Halbjahr 2016

Nach dem Rekordjahr 2015 hat sich der Markt für Unternehmensübernahmen in der ersten Jahreshälfte 2016 etwas abgekühlt. Ein Grund dafür sind die gestiegenen politischen und wirtschaftlichen Risiken, ein anderer, dass der Markt bislang weniger Megadeals gesehen hat als im Vorjahr. Angebot und Nachfrage bei kleineren Transaktionen sind jedoch weiterhin robust. Hier ein Überblick über die wichtigsten Themen im M&A-Markt.
Chinesische Unternehmen auf Einkaufstour

Die Wirtschaftsdaten aus China sind derzeit alles andere als rosig. Dem M&A-Markt in der D-A-CH-Region (Deutschland-Österreich-Schweiz) haben die Chinesen in diesem Jahr jedoch Flügel verliehen. Im Februar bot der chinesische Staatskonzern ChemChina 43 Mrd. US-Dollar für den Schweizer Saatgutproduzenten Syngenta – der bislang größte Zukauf eines chinesischen Unternehmens im Ausland. Hinzu kamen über zwanzig kleinere Transaktionen, wie beispielsweise die Übernahme des deutschen Roboterbauers Kuka durch den chinesischen Haushaltsgerätehersteller Midea für 4,3 Mrd. Euro.

Agrarbranche dominierte internationales M&A-Geschäft

Den Preis für den aufsehenerregendsten Deal bekommt hingegen Bayer. Ob das deutsche Chemieunternehmen den US-Hersteller von gentechnischem Saatgut Monsanto tatsächlich verdauen kann, wird sich erst zeigen. Die Due Diligence für die 62 Mrd. US-Dollar schwere Transaktion läuft noch. Die Bayer-Aktie ist seit Bekanntwerden der Übernahmegespräche um über 20 Prozent eingebrochen. Monsanto gehört zu den umstrittensten Unternehmen und wird weltweit immer wieder von Demonstranten gegen gentechnisch manipulierte Lebensmittel ins Visier genommen. Hinzu kommt, dass drei Viertel des Kaufpreises fremdfinanziert werden. Investoren in bereits bestehende Anleihen fürchten um das Investmentgrade-Rating ihrer Geldanlage. Was Investor-Relations angeht, hat Bayer sicherlich noch Einiges zu lernen.

Grenzüberschreitende Transaktionen nehmen zu – auch in Österreich

Österreichische Unternehmen erhalten seit einigen Jahren zunehmend Aufmerksamkeit von ausländischen Käufern. 2015 überstieg die Anzahl der Zukäufe aus dem Ausland sogar die der Übernahmen ausländischer Unternehmen durch Österreicher. Das liegt aber laut einer Umfrage der Unternehmensberatung EY nicht daran, dass österreichische Unternehmen nicht ins Ausland expandieren wollen. Im Gegenteil, 29 Prozent aller österreichischen Unternehmen, die zukaufen wollen, sehen sich in Nachbarländern nach Übernahmekandidaten um, 41 Prozent schauen sogar in fernere Länder. Welche Chancen die Übernahme eines ausländischen Unternehmens bringt und was es dabei zu beachten gibt, haben wir Ihnen bereits in unserem Mai-Newsletter gezeigt.

Ausblick

Ob der M&A-Markt 2016 noch an das Rekordniveau des Vorjahres anknüpfen kann, ist fraglich. Die zuletzt wenig ermutigenden Zahlen zur Weltwirtschaft, der Nahostkonflikt und das bevorstehende Referendum in Großbritannien über die EU-Mitgliedschaft, haben den Appetit auf Unternehmensübernahmen in den letzten Monaten gedämpft. Dass über die Hälfte aller österreichischen Familienunternehmen innerhalb der nächsten drei Jahre einen Generationswechsel anstrebt, sollte aber zumindest hierzulande für Aktivität sorgen. Wenn auch Sie zu den Unternehmern zählen, die in nächster Zeit den Ausstieg planen, lesen Sie unseren Newsletter zum Thema Nachfolgeregelung.


Möchten Sie Ihren Dienstagskaffee nicht mehr ohne unser spannendes Fachwissen genießen?

Für Ihre Anmeldung erhalten Sie das Buch “Betriebsgeheimnisse” kostenlos als Online-Ausgabe.

Auf Einkaufstour in Osteuropa – Lohnt es sich, ins Ausland zu expandieren?

Unternehmen, die wachsen wollen, sollten einen Blick über die österreichischen Landesgrenzen hinaus werfen. Besonders in Osteuropa gibt es zahlreiche Betriebe, die als Übernahmekandidaten infrage kommen. In diesem Newsletter zeigen wir Ihnen, warum eine Expansion ins Ausland interessant sein kann, was Sie dabei beachten sollten und warum gerade Osteuropa für österreichische Unternehmen so attraktiv ist. Dafür beantworten wir die folgenden Fragen:

1. Lohnt es sich, ins Ausland zu expandieren?
2. Warum ist Osteuropa interessant?
3. Eigene Auslandsfiliale gründen oder bestehendes Unternehmen kaufen?
4. Was ist bei einer Expansion ins Ausland zu beachten?
5. Wie finden Sie einen geeigneten Übernahmekandidaten?

5 Antworten auf den Punkt gebracht

Lohnt es sich, ins Ausland zu expandieren?

Heutzutage sind nicht mehr nur Großkonzerne international tätig. Auch Mittelständler expandieren zunehmend ins Ausland. Die Gründe dafür sind ganz unterschiedlich. Einerseits wollen die Unternehmen wachsen und sind auf der Suche nach neuen Absatzmärkten. Andererseits verlagern Betriebe Teile der Produktion ins Ausland, um dort billiger zu produzieren.

Effizienzsteigerung durch strategische Expansion

Unabhängig von diesen beiden offensichtlichen Faktoren der Umsatzsteigerung und der Einsparung von Personalkosten, kann die Übernahme eines ausländischen Unternehmens auch im Rahmen einer strategischen Expansion sinnvoll sein. So kann zum Beispiel durch den Kauf eines potenziellen Zulieferers die Fertigungstiefe ausgedehnt und dadurch die Wertschöpfungskette optimiert werden. Oder durch die Kooperation mit einem forschungsstarken Unternehmen und dem damit verbundenen Wissenstransfer gelingt der Aufstieg zum Innovationsführer.

Zielunternehmen sind im Ausland häufig günstiger

Ausländische Firmen sind für Betriebe auf Wachstumskurs besonders dann von Interesse, wenn die Zielunternehmen aufgrund ihres Standorts niedriger bewertet werden als vergleichbare Firmen im Inland. In manchen Ländern wie zum Beispiel in Tschechien, Ungarn oder anderen osteuropäischen Staaten ist das häufig sogar dann der Fall, wenn diese Unternehmen bereits einen internationalen Absatzmarkt haben und kaum noch von der Entwicklung ihrer Heimatregion abhängig sind.

Warum ist Osteuropa interessant?

Seit der EU-Osterweiterung 2004 sind die Barrieren für grenzüberschreitende Firmenübernahmen massiv gesunken. Im europäischen Binnenmarkt herrscht der freie Kapital- und Warenverkehr. Aufgrund des Harmonisierungsbestrebens innerhalb der Europäischen Union gelten außerdem ähnliche gesetzliche Rahmenbedingungen und Standards. Damit sind der bürokratische Aufwand und die Risiken beim Kauf eines osteuropäischen Unternehmens deutlich geringer als bei einer Expansion ins außereuropäische Ausland.

Gute Anbindung macht Osteuropa besonders attraktiv für österreichische Firmen

Österreich ist aufgrund seiner zentralen Lage innerhalb Europas hervorragend an die osteuropäischen Nachbarstaaten angebunden. Von Wien aus fährt man gerade mal eine gute Stunde bis Bratislava. Budapest und Prag liegen beide weniger als 300 Kilometer entfernt. Darüber hinaus gibt es ein gut ausgebautes Eisenbahnnetz und zahlreiche Flugverbindungen. Die Slowakei, Tschechien, Ungarn und auch Polen verfügen über eine moderne Infrastruktur und qualifizierte Arbeitskräfte mit guten Sprachkenntnissen. Und auch die anderen osteuropäischen Länder holen in dieser Beziehung ständig weiter auf. Das Wirtschaftswachstum in Osteuropa liegt deutlich über dem vieler westeuropäischer Länder, ein Trend, der sich auch in den nächsten Jahren noch fortsetzen wird.

Eigene Auslandsfiliale gründen oder bestehendes Unternehmen kaufen?

Wer eine Auslandsfiliale gründet, muss in der Regel nicht nur Geld, sondern auch viel Zeit investieren, um den neuen Standort herzurichten, qualifizierte Mitarbeiter zu finden und das Unternehmen bei den anvisierten Abnehmern bekannt zu machen. Die Risiken sind durchaus vergleichbar mit der Gründung einer neuen Firma. Beim Kauf eines bestehenden Betriebes fällt diese lange Anlaufphase weg. Die Mitarbeiter sind bereits mit den Prozessen vertraut und die Produktion kann im Idealfall ohne Unterbrechung weiterlaufen.

Firmenübernahme bietet direkten Marktzugang

Mit dem Unternehmen kaufen Sie jedoch nicht nur eine Produktionsstraße oder ein Forschungslabor. Sie übernehmen auch ein bestehendes Netzwerk mit Zulieferern, Händlern und regionalen Branchenexperten. Hinzu kommt, dass die lokalen Mitarbeiter die kulturellen Gepflogenheiten des Marktes kennen. Der Kundenstamm und andere Kontakte sind manchmal mehr wert als die Maschinen und Anlagen. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert vor dem Schritt ins Ausland zu überprüfen, ob es am Zielmarkt bereits ein passendes Unternehmen gibt, das sich für eine Übernahme eignet.

Was ist bei einer Expansion ins Ausland zu beachten?

Auch wenn eine Firmenübernahme innerhalb der Europäischen Union wesentlich unbürokratischer verläuft und mit weniger Risiken behaftet ist als eine Expansion außerhalb der EU, bewegen sich Unternehmer dennoch auf unbekanntem Terrain. Die fremde Sprache ist dabei nur eine relativ geringe Hürde. Kulturell mögen Ungarn oder Polen Österreich näher stehen als China oder Brasilien, aber deshalb sollte man die Herausforderungen nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Jede Firmenübernahme ist komplex und individuell

Der erste Schritt ist die Analyse des regulatorischen Umfelds. Dazu gehört die Frage nach eventuell notwendigen behördlichen Genehmigungen innerhalb des Staates, in dem das Zielunternehmen angesiedelt ist. Bei größeren Übernahmen muss zudem das europäische Wettbewerbsrecht berücksichtigt werden. Anschließend gilt es, die rechtlichen und steuerlichen Aspekte zu überprüfen. Dazu gehört auch die Identifikation wichtiger Interessengruppen, wie beispielsweise Aktionäre oder Arbeitnehmervertreter, und deren Mitsprache- und sonstigen Rechte. Jede Firmenübernahme, egal ob im In- oder Ausland, ist komplex und hat sowohl branchen- als auch länderspezifische Eigenheiten. Deshalb ist es ratsam, in solchen Fällen mit einem Spezialisten wie Pallas Capital zusammenzuarbeiten, der die einzelnen Märkte und ihre Besonderheiten kennt.

Wie finden Sie einen geeigneten Übernahmekandidaten?

Gerade in Osteuropa gibt es zahlreiche Unternehmen, die innerhalb ihrer Marktnische eine dominante Rolle spielen, die aber international kaum bekannt sind. Pallas Capital ist darauf spezialisiert, Unternehmen zu identifizieren, die sich für eine Übernahme eignen. Wir haben Kontakte zu Firmen im In- und Ausland und kennen uns auch im osteuropäischen Markt aus. Wir unterstützen Sie beim gesamten Kaufprozess. Schließlich gilt auch im Geschäftsalltag: andere Länder – andere Sitten. Mit einem erfahrenen Berater an Ihrer Seite vermeiden Sie, dass die Verhandlung aufgrund kultureller Missverständnisse scheitert. Darüber hinaus bieten wir unseren Kunden eine professionelle Abwicklung, die unter anderem die folgenden Aspekte berücksichtigt:

• Marktanalyse und Potenzialermittlung
• Due Diligence
• Rechtliche und steuerliche Auswirkungen
• Erstellung der Vertragsunterlagen
• Strukturierung der Finanzierung
• Gegebenenfalls Suche nach Kapitalgebern
• Professionelle Aufbereitung von Dokumenten und Präsentationen


Möchten Sie Ihren Dienstagskaffee nicht mehr ohne unser spannendes Fachwissen genießen?

Für Ihre Anmeldung erhalten Sie das Buch “Betriebsgeheimnisse” kostenlos als Online-Ausgabe.

Vier effektive Methoden für mehr Erfolg

Es gibt Menschen, die scheinen ein unerschöpfliches Reservoir an Energie zu haben. Sie arbeiten schneller, sind kreativer oder können besser verhandeln als andere. Vielleicht haben sie einfach das richtige Talent. Aber sehr viel wahrscheinlicher ist, dass diese Menschen gelernt haben, sich und ihre Arbeit besser zu organisieren. Wir stellen Ihnen vier Erfolgsmethoden vor, mit denen auch Sie Ihre Effizienz erhöhen können.
1. Die Eisenhower-Methode

Diese Methode für ein besseres Zeitmanagement geht auf den ehemaligen US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower zurück. Dafür benötigen Sie vier Postkörbe, die Sie wie ein Koordinatensystem aufstellen, also jeweils zwei nebeneinander und zwei übereinander. Die Fächer auf der linken Seite bezeichnen Sie mit „wichtig“, die auf der rechten Seite mit „unwichtig“. Dann markieren Sie die oberen Fächer mit „eilig“ und die unteren mit „nicht eilig“. Alle Anfragen, die wichtig und eilig sind (oberer linker Postkorb), erledigen Sie sofort. Eilige Aufträge, die nicht wichtig sind (oberer rechter Postkorb), delegieren Sie. Wichtige, aber nicht eilige Aufgaben (unterer linker Postkorb) tragen Sie in Ihren Kalender ein und arbeiten sie täglich sukzessive ab, nachdem alle eiligen Projekte erledigt sind. Unwichtige und nicht eilige Aufgaben (unterer rechter Postkorb) können Sie vergessen.

2. Die ALPEN-Methode

ALPEN steht für Aufgaben notieren, Länge einschätzen, Pufferzeiten einplanen, Entscheidungen treffen und Nachkontrollieren. Diese Methode hilft bei einer effektiven Tagesplanung. Wichtig ist, dass Sie versuchen den Zeitaufwand für einzelne Aufgaben so korrekt wie möglich abzuschätzen. Oftmals wird unterschätzt, wie lange einzelne Prozesse benötigen. Verplanen Sie nie mehr als 60 Prozent Ihrer täglichen Arbeitszeit für konkrete Aufgaben. Mit einer Pufferzeit von 40 Prozent können Sie einerseits auf unerwartete eilige Anfragen angemessen reagieren, andererseits schaffen Sie sich so Zeit für Networking und Strategiebildung.

3. Die Harvard-Methode

Hierbei handelt es sich um ein Konzept der Verhandlung und Konfliktlösung, das an der gleichnamigen US-amerikanischen Universität entwickelt wurde. Es folgt vier Grundprinzipien:

• Sachbezogene Diskussion: Die Trennung von Mensch und Problem soll das Finden objektiver Lösungen fördern, die in beiderseitigem Interesse sind. Voraussetzung dafür ist ein vorurteilsfreier und wertschätzender Umgang miteinander.

• Konzentration auf Interessen, nicht auf Positionen: Die Verhandlungsteilnehmer sollen aus dem üblichen Diskussionsschema (Schuld/Unschuld, Gewinner/Verlierer) ausbrechen. Stattdessen werden durch Warum-Fragen, die einzelnen Interessen aufgedeckt, die sich zum Beispiel als Wünsche, Zwänge oder Befürchtungen äußern können.

• Entwicklung von Lösungsalternativen: Ermuntern Sie alle Diskussionsteilnehmer dazu, verschiedene Lösungsvorschläge einzubringen, ohne diese sofort zu evaluieren. Häufig scheitern Verhandlungen daran, dass Lösungen vorschnell abgeurteilt werden oder alle von Anfang an darauf fixiert sind, dass es nur eine wahre Lösung geben kann.

• Objektive Entscheidungskriterien festlegen: Alle entwickeln gemeinsam einen Kriterienkatalog, nach dem die eingebrachten Lösungsvorschläge bewertet werden. Die Kriterien sollten dabei möglichst objektiv sein. Durch die konstruktive Mitwirkung aller Beteiligten erhöht sich die Akzeptanz des Verhandlungsergebnisses auf beiden Seiten.

4. Die Walt-Disney-Methode

Diese Kreativitätstechnik nutzt das Rollenspiel, um Ideen aus unterschiedlichen Perspektiven zu bewerten und dadurch voranzutreiben. Am effektivsten ist die Methode, wenn drei Teammitglieder daran beteiligt sind. Die Technik kann aber auch von einem Einzelnen durchgeführt werden, der nacheinander in die folgenden drei Rollen schlüpft:

• Der Träumer entwickelt und präsentiert eine visionäre Idee.

• Der Realist überlegt, wie diese Idee umgesetzt werden könnte und was dafür benötigt wird. Der Realist sollte dem Projekt wohlgesonnen gegenübertreten und an der Realisierung arbeiten, nicht Argumente dagegen sammeln. Das ist die Aufgabe des letzten Mitglieds.

• Der Kritiker stellt konstruktive Fragen, prüft und analysiert, mit dem Ziel, Idee und Umsetzung zu verbessern. Auch hier sollte es nicht darum gehen, ein Projekt nur aufgrund von Schwierigkeiten von vornherein abzulehnen. Stattdessen sollen durch eine konstruktive Auseinandersetzung Lösungsmöglichkeiten gefunden werden.
Das optimale Ergebnis ist erreicht, wenn der Kritiker keine Fragen mehr hat, der Realist vom Gelingen des Projekts überzeugt und der Träumer begeistert ist.


Interessieren Sie sich für eine maßgeschneiderte Finanzierung?

Dann vereinbaren Sie jetzt ein kostenloses und unverbindliches Informationsgespräch mit unseren Experten.

Jetzt Informationsgespräch vereinbaren!

Möchten Sie Ihren Dienstagskaffee nicht mehr ohne unser spannendes Fachwissen genießen?

Für Ihre Anmeldung erhalten Sie das Buch “Betriebsgeheimnisse” kostenlos als Online-Ausgabe.

Die besten Tipps für Einsparungen im Einkaufsmanagement

Unabhängig davon, ob Sie eine Finanzierung suchen oder Ihr Unternehmen verkaufen wollen, eine Größe, auf die potenzielle Investoren schauen, ist die Rentabilität. Es gibt zahlreiche Wege, die Profitabilität zu erhöhen – einer davon führt über niedrigere Einkaufspreise. Wir haben die besten Tipps für ein effizientes Einkaufsmanagement für Sie zusammengestellt.
1. Vertragslaufzeiten überprüfen

Bei der Verhandlung von Vertragslaufzeiten gibt es kein Patentrezept. Manchmal lassen sich durch längere Verträge günstigere Konditionen aushandeln. Ist dies nicht der Fall, sind langfristige Vereinbarungen eher nachteilig für die Rentabilität, weil sie den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter verzögern.

2. Zahlungsziele verlängern

Ein relativ unkomplizierter Weg, um den Einkauf profitabler zu gestalten, ist eine Verlängerung der Zahlungsziele. Auf diese Weise reduzieren Sie Ihre eigenen Finanzierungskosten für die Produktions- und Lagerzeiten. Allerdings lassen sich lange Zahlungsziele nicht überall umsetzen. Die Methode funktioniert am besten in wettbewerbsintensiven Märkten, wenn Lieferanten fürchten, dass sie Sie als Kunden verlieren, wenn sie den veränderten Zahlungsbedingungen nicht zustimmen.

3. Einkaufspreise veröffentlichen

Lassen Sie den Wettbewerb für sich arbeiten, indem Sie die Einkaufspreise offenlegen. So ermutigen Sie andere Anbieter, Ihnen günstigere Preise zu stellen.

4. Herstellkosten analysieren

Je stärker Sie von einem Lieferanten abhängig sind, umso wichtiger ist es für Sie zu verstehen, wo die Kostentreiber liegen. Analysieren Sie beispielsweise Materialkosten, Ausschussraten, Personalaufwand und Energieverbrauch des Lieferanten und überlegen Sie gemeinsam, wie sich die Kosten senken lassen.

5. Abteilungs- und unternehmensübergreifende Innovationsworkshops

Umfragen zeigen, dass auch Lieferanten gerne Vorschläge zur Kosteneinsparung machen. Organisieren Sie einen Workshop, an dem Lieferanten und Kollegen aus dem Einkauf, der Produktion und dem Qualitätsmanagement zusammenkommen, um Ideen zur Verbesserung im Einkaufsmanagement auszutauschen. Dazu kann beispielsweise auch eine Überprüfung des Produktportfolios gehören.

6. Supplier-managed Inventory

Hinter diesem englischen Begriff verbirgt sich eine Auslagerung des Warenmanagements an den Lieferanten mittels elektronischer Beschaffung (eProcurement). Der Lieferant übernimmt die Bestückung des Lagers auf Basis vorher festgelegter Rahmendaten. So entfällt beim Einkauf der arbeitsintensive Bestellprozess. Außerdem ergeben sich dadurch möglicherweise Einsparungen durch eine Optimierung der Frachten.

7. Lieferanten unterstützen

Unterstützen Sie gute Lieferanten, indem Sie auf Branchenveranstaltungen und Konferenzen über die positive Zusammenarbeit berichten. Ihre Lieferanten werden diese kostenlose Werbung zu schätzen wissen und Ihnen bei Preisverhandlungen mehr Spielraum zugestehen.


Möchten Sie Ihren Dienstagskaffee nicht mehr ohne unser spannendes Fachwissen genießen?

Für Ihre Anmeldung erhalten Sie das Buch “Betriebsgeheimnisse” kostenlos als Online-Ausgabe.

Cybercrime: Wie gut ist Ihr Unternehmen geschützt?

Die Bedrohung durch Cybercrime nimmt zu. Laut einer Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens PwC, die 6.000 Teilnehmer in 115 Ländern umfasste, waren in den letzten zwei Jahren knapp ein Drittel der befragten Unternehmen von Cybercrime betroffen. Der Mittelstand wird dabei besonders häufig ins Visier genommen. Zeit, das zu ändern, denn Spionage, Datenklau und Sabotage zerstören nicht nur Unternehmenswerte, sie können auch einen Unternehmensverkauf verhindern oder sogar existenzgefährdend sein.

Cybercrime hat viele Gesichter. Bei Handelsunternehmen geht es meist um den Diebstahl von Kundendaten. In der Forschung und Entwicklung hingegen stehen neue Technologien und Forschungsergebnisse im Zentrum des Interesses. Insbesondere für Start-ups, deren Erfolg meist von der Einzigartigkeit einer Idee abhängt, kann Industriespionage zum vorzeitigen Aus führen. Und dann gibt es noch die Bedrohung durch Viren oder andere Formen von digitaler Sabotage, die den Produktionsprozess zum Erliegen bringt. Die zunehmende Vernetzung und der neue Trend zum „Internet der Dinge“ haben Unternehmen anfälliger für digitale Angriffe gemacht.

Cyberangriff kann Unternehmensverkauf verhindern

Seit einigen Jahren rückt Cybersicherheit zunehmend in den Fokus der Due Diligence. Während der Verhandlungen über einen Unternehmensverkauf hat die Geheimhaltung einen besonders hohen Stellenwert. Gelangen Informationen in dieser sensiblen Phase in falsche Hände, kann der Verhandlungspartner unter Umständen Gewährleistungsansprüche geltend machen. Unter Umständen fällt der gesamte Deal ins Wasser. Wer also plant, sein Unternehmen in absehbarer Zukunft zu verkaufen, sollte auf jeden Fall vorher einen Blick auf seine Cybersicherheit werfen.

Aktuelle Software schützt vor Sicherheitslücken

Ein wichtiger Baustein für den Schutz vor Hackern ist ein modernes IT-System. Ein Anti-Viren-Programm und eine Firewall sollten selbstverständlich sein. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass Betriebssysteme, Internetbrowser und andere Programme immer auf dem neuesten Stand sind. Bei den Updates werden nämlich unter anderem auch mögliche Sicherheitslücken geschlossen. Hacker finden zwar immer wieder neue Wege, um in fremde Computer einzubrechen, aber durch regelmäßige Updates sorgen Sie dafür, dass der Vorsprung nicht zu groß wird.

Schwachstelle Mitarbeiter

Technische Lösungen allein, reichen jedoch nicht aus. Die Angreifer wissen, dass die Mitarbeiter die größte Schwachstelle im digitalen Sicherheitsnetz sind. Viele Passwörter sind unzureichend oder werden leicht zugänglich aufbewahrt. Phishing-Emails, getarnt als persönliche Nachrichten, öffnen das System für Kriminelle, wenn sie angeklickt werden. Deshalb ist es notwendig, alle Mitarbeiter für die Gefahren von Cybercrime und die unterschiedlichen Strategien von Hackern zu sensibilisieren.

Versicherungen gegen Cybercrime

Versicherungen haben mittlerweile die steigende Gefahr erkannt und bieten Unternehmen sogenannte Cyberpolicen an. Bevor Firmen eine dieser verhältnismäßig teuren Versicherungen abschließen, lohnt es sich allerdings, bestehende Policen zu überprüfen. Möglicherweise deckt die Haftpflichtversicherung die finanziellen Schäden eines Datenverlusts oder die Sachversicherung den Produktionsausfall durch Sabotage ab. Ist das nicht der Fall, können Sie versuchen, mit dem Versicherer eine entsprechende Erweiterung zu verhandeln.


Möchten Sie Ihren Dienstagskaffee nicht mehr ohne unser spannendes Fachwissen genießen?

Für Ihre Anmeldung erhalten Sie das Buch “Betriebsgeheimnisse” kostenlos als Online-Ausgabe.

Verhandlungstaktiken geschickt parieren

Am Verhandlungstisch sitzen sich immer mindestens zwei Personen gegenüber, die teilweise gegensätzliche Ziele verfolgen. Manche versuchen, mithilfe von Verhandlungstaktiken Ihr Gegenüber aus dem Konzept zu bringen und sich dadurch einen Vorteil zu verschaffen. Hier stellen wir Ihnen die häufigsten Verhandlungstaktiken vor und zeigen Ihnen, wie Sie die Fallstricke souverän überspringen.
1. Die Angriffstaktik

Ihr Gesprächspartner versucht, Sie zu verunsichern, indem er Sie fachlich angreift und Ihre Leistungen oder Vorschläge kritisiert. Nehmen Sie diesen Angriff nicht persönlich. Wenn die Kritikpunkte nichts mit dem Verhandlungsgegenstand zu tun haben, schlagen Sie vor, diese auf einen anderen Zeitpunkt zu vertagen. Stoßen jedoch Ihre Vorschläge auf Unmut, atmen Sie kurz durch und überlegen Sie, ob die Kritik angemessen ist. Ist sie es nicht, handelt es sich um eine Taktik, die Sie aus der Ruhe bringen soll. Geben Sie Ihrem „Angreifer“ nicht diese Genugtuung. Bieten Sie an, Ihm die Vorschläge nochmals genauer zu erläutern, um Missverständnisse aus dem Weg zu räumen.

2. Die Geringschätzungstaktik

Die etwas weniger aggressive Variante ist, dass Ihr Verhandlungspartner Ihnen mit offensichtlicher Geringschätzung begegnet und sich während der Verhandlung mit vermeintlich wichtigeren Dingen beschäftigt, zum Beispiel permanent E-Mails auf seinem Smartphone beantwortet. Holen Sie ihn ins Gespräch zurück, indem Sie ihn höflich, aber direkt darauf ansprechen oder Ihn fragen, ob er die Verhandlung lieber auf einen passenderen Termin verschieben möchte.

3. Die Freundschaftstaktik

Sie fühlt sich angenehmer an, ist aber dadurch sogar gefährlicher. Durch die vermeintlich freundschaftliche Verbindung werden Sie in Versuchung geführt, größere Zugeständnisse zu machen oder zusätzliche Leistungen quasi als Freundschaftsdienst zu erbringen. Hier sollten Sie einen kühlen Kopf bewahren. Entweder drehen Sie den Spieß um und fordern mit ebenso freundschaftlichen Mitteln eine gleichwertige Gegenleistung, oder Sie ziehen sich auf aktuell fehlende Möglichkeiten oder begrenzte Kompetenzen zurück.

4. Die „Höhere Instanz“-Taktik

Auch Ihr Verhandlungspartner kann natürlich die Position einnehmen, dass er selbst zwar gerne die gewünschten Zugeständnisse machen würde, seine Hände aber durch eine „höhere Instanz“ gebunden seien. In dieser Situation ist Geduld gefragt. Schlagen Sie vor, ein schriftliches Angebot zu schicken oder die Verhandlungen zu unterbrechen und das Gespräch fortzusetzen, wenn der richtige Kompetenzträger mit dabei sein kann.

5. Die Salamitaktik

Hier versucht Ihr Verhandlungspartner, alle Punkte scheibchenweise zu verhandeln. Sein Ziel ist es, durch den fehlenden Überblick in der Summe mehr Konzessionen zu erringen. Lassen Sie sich hier nicht das Steuer aus der Hand nehmen. Sobald Sie das Gefühl haben, dass sich Ihr Gesprächspartner am ersten Verhandlungspunkt festbeißt, schlagen Sie vor, sich zunächst gemeinsam einen Überblick zu verschaffen, um nichts Wichtiges zu übersehen, und erst anschließend die Punkte im Einzelnen zu verhandeln.

6. Die Verschleppungstaktik

Ihr Gesprächspartner zieht die Verhandlung unnötig in die Länge, sodass zum Ende ein künstlicher Zeitdruck entsteht. Hier besteht die Gefahr, dass Sie unüberlegte Entscheidungen treffen und möglicherweise die Tragweite Ihrer Zugeständnisse nicht überblicken. Beugen Sie dieser Situation vor, indem Sie von Anfang an den zur Verfügung stehenden Zeitrahmen abstecken. Sollte Ihr Gegenüber Sie dennoch, zum Beispiel auf Basis eines plötzlichen Anrufs, zu einer schnellen Entscheidung drängen, lassen Sie sich nicht überrumpeln. Bitten Sie um ein bis zwei Stunden Zeit, um sich das Angebot genauer anzuschauen.


Möchten Sie Ihren Dienstagskaffee nicht mehr ohne unser spannendes Fachwissen genießen?

Für Ihre Anmeldung erhalten Sie das Buch “Betriebsgeheimnisse” kostenlos als Online-Ausgabe.

Mit dem richtigen Personalmanagement den Unternehmenswert steigern

Wer ein Unternehmen kauft, ist in der Regel nicht nur an Produkten und Kunden interessiert. Das wahre Potenzial einer Firma liegt in der Fähigkeit, immer neue zukunftsweisende Ideen zu entwickeln. Und dafür braucht sie qualifiziertes und motiviertes Personal. Im Mittelstand kommt das Personalmanagement jedoch häufig zu kurz. In diesem Artikel erfahren Sie, worauf es bei der langfristigen Personalplanung ankommt.

In mittelständischen Unternehmen ist der Gründer und Inhaber häufig der wichtigste Impulsgeber. Gleichzeitig trägt das Kapital, das im Betrieb steckt, oft den größten Teil zur Altersvorsorge des Geschäftsführers bei. Scheidet er aus, geht der Firma jedoch ihr wichtigster Kopf verloren, was aus Sicht des Käufers eine Wertminderung darstellt. Es liegt also im Interesse des Firmeninhabers, schon frühzeitig wichtige Schlüsselpositionen im Unternehmen mit fähigen Leuten zu besetzen, die den Betrieb auch ohne ihn erfolgreich weiterführen können.

Schritt 1: Talente erkennen

Personalmanagement ist mehr, als einmal im Monat eine Lohn- oder Gehaltsabrechnung zu erstellen. Um Talente zu erkennen, sollten ein- bis zweimal pro Jahr die Leistungen aller Mitarbeiter beurteilt werden. Neben den persönlichen Ergebnisbeiträgen ist es auch wichtig, die sogenannten Soft Skills, wie Teamfähigkeit, Verhandlungsgeschick oder Networking zu bewerten. Um eine möglichst objektive Einschätzung über die Talente und das Entwicklungspotenzial einzelner Arbeitnehmer zu erhalten, sollten mehrere Personen in dem Prozess mitwirken. Dazu gehören ein qualifizierter Personalentwickler, der unmittelbare Vorgesetzte in der jeweiligen Abteilung und – wenn es um die Identifizierung von Nachwuchskräften geht – der Geschäftsführer selbst. Schließlich geht es um die langfristige Besetzung strategisch wichtiger Positionen.

Schritt 2: Talente fördern

Im nächsten Schritt muss ein Entwicklungsplan aufgestellt werden, der talentierten Mitarbeitern die Möglichkeit gibt, die für die angestrebte Schlüsselposition notwendigen Kompetenzen zu entwickeln. So können zum Beispiel in abgeschlossenen Projekten erste Managementerfahrungen gesammelt werden. Hier sollten die Anwärter jedoch nicht einfach nur ins kalte Wasser geworfen werden. Ideal ist eine Begleitung durch gezielte Coaching-Maßnahmen und regelmäßiges Feedback. Auch Erfahrungen außerhalb des eigenen Kompetenzbereiches sind wichtig. „Kaminkarrieren“, bei denen Nachwuchskräfte nur innerhalb ihrer eigenen Abteilung aufsteigen, sind keine ausreichende Vorbereitung, um irgendwann einmal die Geschicke eines ganzen Geschäftsbereichs oder vielleicht sogar der ganzen Firma zu lenken.


Denken Sie über einen Firmenverkauf nach?

Dann vereinbaren Sie jetzt ein kostenloses und unverbindliches Informationsgespräch mit unseren Experten.

Jetzt Informationsgespräch vereinbaren!

Möchten Sie Ihren Dienstagskaffee nicht mehr ohne unser spannendes Fachwissen genießen?

Für Ihre Anmeldung erhalten Sie das Buch “Betriebsgeheimnisse” kostenlos als Online-Ausgabe.

Österreichs bedeutendste Familienunternehmen

Familienunternehmen bilden die Basis der österreichischen Wirtschaft. Sie machen rund 90 Prozent aller Firmen aus. Sie erwirtschaften 58 Prozent aller Umsätze und beschäftigen rund zwei Drittel aller Erwerbstätigen. Eine Studie der KMU Forschung im Auftrag der WKÖ hat eine Übersicht über die größten Familienunternehmen nach ihrem Umsatz zusammengestellt. Lassen Sie sich davon inspirieren, was eine Familie mit Unternehmergeist alles erreichen kann.
1. Porsche Holding (17,1 Mrd. Euro Umsatz)

Die Porsche Holding ist das größte Autohandelsunternehmen Europas. Der österreichische Konzern wurde 1974 von den Kindern des Autobauers Ferdinand Porsche im Rahmen einer Umstrukturierung gegründet, die unter anderem auch beinhaltete, dass sich die Familienangehörigen aus den operativen Funktionen zurückziehen und als Aufsichtsorgane ein selbstständiges Management überwachen. Das Unternehmen beschäftigt rund 32.000 Mitarbeiter. Die Anteile der Familie wurden 2011 an die Volkswagen AG verkauft.

2. Spar-Gruppe (12,6 Mrd. Euro Umsatz)

Die Idee für die Spar-Gruppe stammt eigentlich aus den Niederlanden, wo sich 1932 selbstständige Groß- und Einzelhändler zu einer freiwilligen Handelskette zusammenschlossen. Der Österreicher Hans. F. Reisch gründete nach diesem Vorbild eine österreichische Handelsvereinigung, der sich bald zahlreiche selbstständige Kaufleute anschlossen. Heute ist Spar Österreich die größte eigenständige Spar-Gesellschaft der Welt und beschäftigt 40.000 Mitarbeiter im ganzen Land.

3. Andritz (6 Mrd. Euro Umsatz)

Der international tätige Technologiekonzern hat seine Wurzeln in einer 1852 gegründeten Eisengießerei. Heute beschäftigt der Anlagenbauer weltweit 25.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist besonders durch Zukäufe stark gewachsen. Schon 1987 wurde die Mehrheit der Anteile an eine Investmentgesellschaft verkauft. Die Privatinvestoren wurden durch einen Börsengang im Jahr 2001 gefolgt von einem „Secondary Placing“ 2003 vollständig abgelöst. 70 Prozent der Anteile befinden sich nun im Streubesitz. Der Rest ist weiterhin in Familienhand.

4. Red Bull (5 Mrd. Euro Umsatz)

Als am 1. April 1987 die erste Dose Red Bull verkauft wurde, war das kein Aprilscherz, sondern der Beginn einer Erfolgsstory. Gründer Dietrich Mateschitz hat die Rezeptur, inspiriert von einem funktionalen Getränk des Fernen Ostens, selbst entwickelt und damit eine ganz neue Getränkekategorie geschaffen. Diese Neuerung kombiniert mit einer für damalige Verhältnisse sensationellen Marketingstrategie, haben das Unternehmen zu dem gemacht, was es heute ist. Mittlerweile beschäftigt Red Bull über 10.000 Mitarbeiter und verleiht in mehr als 169 Ländern Flügel.

5. Novomatic-Gruppe (3,8 Mrd. Euro)

Die 1980 von der Familie Graf gegründete Novomatic-Gruppe betreibt weltweit über 1.600 Spielbanken und Sportwetten-Anbieter und ist auch im Online-Gaming sowie im Vertrieb von Hightech-Gaming-Equipment aktiv. Das Unternehmen beschäftigt etwa 24.000 Mitarbeiter, davon 3.300 in Österreich.


Möchten Sie Ihren Dienstagskaffee nicht mehr ohne unser spannendes Fachwissen genießen?

Für Ihre Anmeldung erhalten Sie das Buch “Betriebsgeheimnisse” kostenlos als Online-Ausgabe.

Lieber getrennt: Immobilienbesitz und Betriebsvermögen

Viele Unternehmer halten nicht nur ihre Produktionsstätte, das Büro oder den Verkaufsraum im Betriebsvermögen, sondern auch solche Immobilien, die gar nicht betrieblich genutzt werden. Dabei machen sich die meisten kaum Gedanken darüber, welche Risiken diese Konstellation birgt und wie sie die Nachfolgeregelung erschwert. Deshalb widmen wir uns in diesem Newsletter dem komplexen Thema Immobilien und beantworten die folgenden Fragen:

1. Warum halten Unternehmer Immobilienbesitz im Betriebsvermögen?
2. Wann gehört eine Immobilie ins Betriebsvermögen?
3. Welche Vor- und Nachteile hat eine Aufnahme ins Betriebsvermögen?
4. Warum erschwert Immobilienbesitz die Nachfolge?
5. Was können Sie tun?

5 Antworten auf den Punkt gebracht

Warum halten Unternehmer Immobilienbesitz im Betriebsvermögen?

Das Betriebsgelände ist wichtiger Bestandteil des Betriebsvermögens. Aber darüber hinaus halten viele Unternehmen Immobilien, die nicht für betriebliche Zwecke genutzt, sondern vermietet werden. Immobilien sind für viele Kapitalanleger eine solide und langfristige Geldanlage. Die regelmäßigen Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung helfen dabei, Umsatzschwankungen im Unternehmen auszugleichen und auch mal eine Durststrecke zu überstehen.

Steuerliche Behandlung war bislang ein wichtiges Entscheidungskriterium

In der Regel ist nicht betrieblich genutzter Immobilienbesitz jedoch Teil der Altersvorsorge für den Geschäftsinhaber; und der Hauptgrund, ihn im eigenen Unternehmen zu halten, war bislang, dass Immobilien im Betriebsvermögen steuerlich anders behandelt werden als im Privatvermögen. Insbesondere bei der Veräußerung gab es bis vor Kurzem gravierende Unterschiede: Privatpersonen mussten von ihrem Veräußerungsgewinn innerhalb einer Spekulationsfrist von zehn Jahren 50 Prozent Steuern abführen. Betriebe konnten hingegen Veräußerungsgewinne mit betrieblichen Ausgaben und Verlusten verrechnen und hatten in der Regel darüber hinaus einen geringeren Steuersatz.

Steuervorteile seit der Steuerreform 2012 aufgehoben

Im Rahmen der Steuerreform von 2012 wurde diese unterschiedliche Behandlung jedoch aufgehoben. Nun werden Veräußerungsgewinne bei Immobilien sowohl im Privat- als auch im Betriebsvermögen gleichmäßig mit 30 Prozent versteuert. Es ist also an der Zeit, die Frage, ob Immobilien ins Betriebsvermögen gehören, neu zu überdenken.

Wann gehört eine Immobilie ins Betriebsvermögen?

Dass das Betriebsgelände, Lagerräume oder Läden Teil des Betriebsvermögens sind, ist unstrittig. Diese im Privatvermögen zu halten, wäre auch fahrlässig, denn schließlich muss der Fortbestand des Unternehmens unabhängig von den privaten Umständen des Geschäftsinhabers gesichert sein. Kein Unternehmer möchte sich in einer Situation wiederfinden, in der er das Betriebsgelände von einem geschiedenen Ehepartner anmieten muss. Und auch im Todesfall des Firmeninhabers kann es fatal sein, wenn sich mehrere Erben über die Verteilung des Vermögens streiten.

Wie können gemischt genutzte Immobilien aufgeteilt werden?

Werden Immobilien gemischt genutzt, ist die Aufteilung in Betriebsvermögen und Privatbesitz schwieriger. Hier kann das Ertragssteuerrecht eine erste Orientierungshilfe bieten. Es ordnet Gebäude, die zu über 80 Prozent betrieblich genutzt werden, voll dem Betriebsvermögen zu. Bei einer betrieblichen Nutzung von unter 20 Prozent verbleibt die Immobilie im Privatvermögen, dazwischen wird sie dem Betriebsvermögen in Höhe des betrieblichen Nutzungsanteils zugerechnet. Bei der Entscheidung über die tatsächlichen Eigentumsverhältnisse kann dies nur durch eine Aufteilung der Immobilie in zwei oder mehr Miteigentumsanteile erreicht werden. Ob dies im individuellen Fall die sinnvollste Variante ist, klären Sie am besten mit Ihrem Steuerberater.

Welche Vor- und Nachteile hat eine Aufnahme ins Betriebsvermögen?

Ein Vorteil von zusätzlichen Immobilien im Betriebsvermögen ist ihre positive Auswirkung auf die Kreditwürdigkeit, denn sie können Banken und anderen Investoren als Sicherheit angeboten werden. Allerdings bedeutet das auf der anderen Seite, dass die Grundstücke und Gebäude zur Haftungsmasse des Unternehmens gehören. Geht die Firma in Konkurs, werden die Immobilien verwendet, um die Gläubiger auszuzahlen. Investiert der Geschäftsinhaber in die Immobilien im Rahmen seiner Altersvorsorge oder um sich ein zweites Standbein aufzubauen, ist es aus Gründen der Risikostreuung empfehlenswert, diese nicht ins Betriebsvermögen einzubringen, sondern im Privatbesitz zu halten.

Steuerliche Vorteile spielen keine große Rolle mehr

Ob es steuerliche Vorteile bei einer Aufnahme ins Betriebsvermögen gibt, muss im Einzelnen von einem Steuerexperten geprüft werden. Die steuerliche Behandlung sowohl von Immobilien als auch von Unternehmen ist zu komplex, um hier eine allgemeingültige Aussage zu treffen. Mit der Vereinheitlichung der Besteuerung von Veräußerungsgewinnen im Rahmen der Steuerreform von 2012, auf die wir bereits oben eingegangen sind, ist die Besteuerung als Argument, private Immobilien ins Betriebsvermögen aufzunehmen, jedoch deutlich in den Hintergrund gerückt.

Warum erschwert Immobilienbesitz die Nachfolge?

Der Nachfolger, egal ob er aus der Familie oder dem Unternehmen kommt, ein strategischer Investor oder Finanzinvestor ist, ist in der Regel vor allem an den betrieblichen Einkünften und an den unternehmensrelevanten Vermögensgegenständen interessiert. Bei der Bewertung eines Unternehmens steht deshalb die Frage nach der Solidität und Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells im Vordergrund, denn damit will der neue Inhaber sein Geld verdienen.

Nicht betriebsrelevanter Immobilienbesitz erschwert Bewertung

Zusätzliche Einkünfte aus Vermietung lassen das Ergebnis auf den ersten Blick zwar höher erscheinen, und auch das Betriebsvermögen sieht wertvoller aus, aber diese Effekte wird der Nachfolger vor einer Kaufentscheidung herausrechnen. In jedem Fall wird die Unternehmensbewertung durch nicht betriebsrelevante Immobilien komplizierter. Vermietete Immobilien müssen nämlich genau wie Unternehmen individuell bewertet werden. Diese Komplexität kann zu Abschlägen bei der Preisverhandlung führen.

Immobilienverkauf verzögert Übergabe an den Nachfolger

Sollen die Immobilien im Rahmen der Nachfolge verkauft werden, zieht sich der Prozess des Unternehmensverkaufs in die Länge. Die Suche nach Interessenten für die Immobilie und die für die Eigentumsübertragung notwendigen Formalien benötigen viel Zeit. Hinzu kommt, dass ein Verkauf der Immobilien Kosten verursacht und gegebenenfalls Steuern für die Veräußerungsgewinne abgeführt werden müssen.

Was können Sie tun?

Sollten Sie Immobilien in Ihrem Betriebsvermögen halten, die für den Fortbestand des Unternehmens nicht notwendig sind, lohnt es sich über deren langfristigen Verbleib nachzudenken, bevor die Nachfolgeregelung ein Thema wird. Sind diese Immobilien Teil Ihrer Altersvorsorge, empfehlen wir Ihnen, diese mit dem Ziel der Risikostreuung in Ihr Privatvermögen zu übertragen. Eventuelle Veräußerungsgewinne müssen bei einer Übertragung vom Betriebs- ins Privatvermögen nicht versteuert werden. Das passiert erst, wenn die Immobilie an Dritte verkauft wird.

Holen Sie sich Unterstützung von Experten

Ab einem Immobilienbesitz von zwei Millionen Euro lohnt es sich möglicherweise, eine eigene Gesellschaft für das Immobilienvermögen zu gründen. Unsere Experten bei Pallas Capital überprüfen gerne, welche Optionen für Sie infrage kommen und wie sich diese rechtlich und steuerlich auf Ihr Unternehmen und auf Ihr Privatvermögen auswirken. Wir unterstützen Sie auch bei der Suche nach potenziellen Käufern sowie bei der Abwicklung aller notwendigen Transaktionen.


Möchten Sie Ihren Dienstagskaffee nicht mehr ohne unser spannendes Fachwissen genießen?

Für Ihre Anmeldung erhalten Sie das Buch “Betriebsgeheimnisse” kostenlos als Online-Ausgabe.

Mit einem guten Berater wäre das nicht passiert

Ob Thomas Edison oder Mark Zuckerberg – Erfolg ist nicht nur das Ergebnis einer guten Idee, sondern vor allem die Belohnung für eine unerschütterliche Entschlossenheit und die Bereitschaft, auch mal riskante Entscheidungen zu treffen. Wer dabei allerdings kein Gespür dafür hat, wie Erfolg versprechend eine neue Geschäftsidee ist, verliert möglicherweise alles oder verpasst die Chance seines Lebens – wie die Herren, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen. Sie hatten die Möglichkeit, Teil von etwas ganz Großem zu werden, und haben es nicht erkannt. Hätten sie einen guten Berater an ihrer Seite gehabt, wären diese Männer heute vielleicht reich und berühmt.
Walter Hunt – der Erfinder der Sicherheitsnadel

Nadeln zum Verschließen von Kleidungsstücken gibt es bereits seit der Antike. Allerdings sorgten ihre spitzen Enden bei unbedachten Bewegungen häufig für Verletzungen – bis Walter Hunt 1849 die Sicherheitsnadel erfand, bei der die Spitze sicher in einem abgerundeten Ende ruhte. Walter Hunt war ein einfallsreicher Mechaniker, der zahlreiche Erfindungen machte, der es jedoch nie schaffte, selbst den finanziellen Erfolg aus ihnen zu schöpfen. Im Falle der Sicherheitsnadel verkaufte er das Patent für 400 Dollar an einen Freund, dem er Geld schuldete. Anstatt Multimillionär zu werden, starb er 1859 in Armut.

Jacob Davis – der Mann, der die erste Jeans anfertigte

Jacob Davis emigrierte mit etwa 16 Jahren aus Lettland in die USA. Nachdem er 20 Jahre lang im Land umhergereist war und sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten hatte, ließ er sich 1870 in Reno (Nevada) als Schneider nieder, wo er unter anderem auch Zelte, Pferdedecken und anderes strapazierfähiges Zubehör herstellte. Auf Anfrage nähte er eine strapazierfähige Hose aus einem zähen Baumwollstoff und verstärkte sie durch Metallnieten. So entstand die erste Jeans. Die Idee wurde schnell von der Konkurrenz aufgegriffen. Da Jacob Davis jedoch selbst nicht die 68 Dollar für eine Patentanmeldung besaß, bat er seinen Stofflieferanten Levi Strauss, das zu tun. Davis wurde dafür im Unternehmen angestellt, um die Überseeproduktion zu koordinieren. So hatte er ein gesichertes Einkommen. Reich und berühmt aber wurde Levi Strauss.

Ron Wayne – der „vergessene“ dritte Mann bei Apple

Ron Wayne gründete 1976 gemeinsam mit Steve Wozniak und Steve Jobs das IT-Unternehmen Apple. Die drei Gründer kannten sich vom gemeinsamen Arbeitgeber Atari. Ron Wayne schrieb den ersten Gesellschaftsvertrag nieder und hielt selbst einen Anteil von zehn Prozent. Nur elf Tage nach der Gründung bekam Wayne jedoch kalte Füße. Er hatte zuvor bereits zweimal Schiffbruch mit einem Unternehmen erlitten und die persönliche Haftung bei der neu gegründeten Gesellschaft war ihm zu hoch. Er verkaufte seine Anteile für insgesamt 2.300 US-Dollar und kehrte zu seinem alten Arbeitgeber zurück. Heute wären sie über 50 Milliarden US-Dollar wert gewesen.

Norbert Venohr – Mitbegründer des Wacken Open-Air-Festivals

Im Jahr 1990 organisierten einige junge Männer in dem kleinen, deutschen Örtchen Wacken ihr eigenes Open-Air-Festival. Zum ersten Heavy-Metal-Konzert kamen 800 Besucher und zahlten zwölf Euro pro Karte. Mittlerweile pilgern jedes Jahr 75.000 Metal-Fans aus aller Welt nach Wacken und die Firma, die die Organisatoren gegründet haben, nimmt jährlich mehr als 15 Millionen Euro ein. Mitbegründer Norbert Venohr hat davon allerdings nichts, denn der Familienvater stieg aus, als das Event immer größer wurde.

Chris Hill-Scott – der SwiftKey-Aussteiger

Chris Hill-Scott ist einer der drei Gründer von Swiftkey. Die drei Cambridge-Studenten hatten das Startup im August 2008 gegründet, um eine lernfähige Tastatur für das Smartphone zu entwickeln. Hill-Scott kündigte jedoch zwei Monate später. Statt lange Arbeitszeiten für wenig Geld in eine ungewisse Geschäftsidee zu investieren, suchte er sich lieber einen sicheren Job mit geregelten Arbeitszeiten bei einer britischen Behörde. Er verkaufte seine Unternehmensanteile an seine beiden Mitgründer für ein Fahrrad. Anfang 2016 kaufte Microsoft die App namens SwiftKey für 250 Millionen US-Dollar. Der Programmierer sagt heute ganz offen, dass der Ausstieg der größte Fehler seines Lebens war.


Interessieren Sie sich für eine maßgeschneiderte Finanzierung?

Dann vereinbaren Sie jetzt ein kostenloses und unverbindliches Informationsgespräch mit unseren Experten.

Jetzt Informationsgespräch vereinbaren!

Möchten Sie Ihren Dienstagskaffee nicht mehr ohne unser spannendes Fachwissen genießen?

Für Ihre Anmeldung erhalten Sie das Buch “Betriebsgeheimnisse” kostenlos als Online-Ausgabe.