Firmenverkauf als Neubeginn: Serial Entrepreneurs auf der Spur

Firmenverkauf

Ein Firmenverkauf muss nicht das Ende der beruflichen Laufbahn bedeuten. Im Gegenteil, die Erfahrungen, die ein Gründer auf dem Weg zum Erfolg gesammelt hat, können für die Umsetzung neuer Geschäftsideen von großem Wert sein. Und das Beste ist: Wer bereits ein Unternehmen zur Marktreife geführt hat, kann es ganz oder teilweise verkaufen und mit den Erlösen den Neuanfang finanzieren. Wie es geht, zeigen diese Serial Entrepreneurs.

1. Sir Richard Branson

Wer kennt ihn nicht, den telegenen britischen Milliardär mit seinen wahnwitzigen Rekordversuchen, die Welt zu Wasser oder im Heißluftballon zu umrunden? „Old Beardy“, wie er von manchen genannt wird, begann seine Unternehmerkarriere bereits als Teenager und lernte schon früh, Rückschläge einzustecken, wieder aufzustehen und von vorn zu beginnen. Sein erstes erfolgreiches Projekt war das Magazin „Student“, aus dem 1972 Virgin Records, eine Plattenfirma, hervorging. In den 1980ern gründete er die Fluggesellschaft Virgin Atlantic, für deren Finanzierung er Anfang der 1990er seine Plattenfirma verkaufte. Weitere Unternehmensgründungen folgten, wie die Eisenbahnlinie Virgin Trains und der Mobilfunkanbieter Virgin Mobile, der mittlerweile Teil von Virgin Media geworden ist. Insgesamt befinden sich über 400 Firmen in seinem Einflussbereich. Nicht jede seiner Geschäftsideen war erfolgreich, aber dass Branson heute zu den wohlhabendsten Menschen der Welt zählt, verdankt er seiner Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen und seine Ressourcen klug einzusetzen.

2. Andreas von Bechtolsheim

Der deutsche Informatiker entwickelte seinen ersten Mikrocomputer 1973, im zarten Alter von 17 Jahren, für einen mit der Familie befreundeten Unternehmer. Die Lizenzgebühren von 100 DM pro Gerät nutzte er zur Finanzierung seiner weiteren Ausbildung, zuerst an der Technischen Universität München und später an der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh, USA. Als Doktorand an der Stanford Universität im Silicon Valley begann er mit der Entwicklung vernetzter Arbeitsplatzrechner, die 1982 schließlich in der Gründung von SUN Microsystems mündete. 1995 verließ Bechtolsheim SUN, um Granite Systems, einen Hersteller von Hochgeschwindigkeitskomponenten für Internetanwendungen zu entwickeln. Ein Jahr später verkaufte er die Firma an Cisco Systems. Er blieb bis Ende 2003 bei Cisco, schied dann aber aus, um Server-Design-Unternehmen Kealia zu gründen. Mit dem Firmenverkauf an SUN Microsystems kehrte er für einige Jahre zu seinem ersten Unternehmen zurück. 2010 ging er erneut, um Chairman bei dem einige Jahre zuvor ebenfalls von ihm gegründeten Netzwerk-Technik-Hersteller Arista Networks zu werden, wo er bis heute tätig ist.

3. Niklas Zennström und Janus Friis

Der schwedische Entrepreneur und Investor Niklas Zennström begann seine Karriere beim europaweit tätigen Telekommunikationsunternehmen Tele2. Dort traf er den Dänen Janus Friis, mit dem er für Tele2 unter anderem die dänische Internetplattform get2net gründete. Im Jahr 2000 verließen beide Tele2 und gründeten gemeinsam den File-Sharing-Software-Anbieter Kazaa. Infolge mehrerer Anklagen wegen Copyright-Verletzungen verkauften sie Kazaa an Sharman Networks und stürzten sich in ein neues Projekt. Sie gründeten den Softwareentwickler Joltid, der sich auf peer-to-peer-Lösungen (P2P) aller Art spezialisierte. Der Durchbruch gelang schließlich mit Skype, einem Internet-Telefonie-Unternehmen, das auf P2P-Prinzipien basiert. Der Firmenverkauf an eBay 2005 machte die Gründungspartner zu Milliardären. Gemeinsam gründeten sie den Audio-on-Demand-Dienst Rdio und Joost, eine interaktive App für die Ausstrahlung von Fernsehshows und anderen Videos über das Internet. Sie engagieren sich aber auch unabhängig voneinander in verschiedenen unternehmerischen Projekten. Beide waren Teil des Investmentkonsortiums, das Skype 2009 von eBay erwarb und 2011 für das nahezu Dreifache an Microsoft weiterverkaufte. Beide sind weiterhin als Entrepreneurs und Investoren tätig.


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