Netzwerken mit Stil

Tom Claeren und Dr. Florian Koschat

Dank Internet kann sich heute jeder schnell ein weitreichendes Netzwerk aufbauen. Die Anzahl von Xing- oder LinkedIn-Kontakten sagt aber noch lange nichts über die Qualität Ihres Netzwerks aus. Belangvolle Geschäftsbeziehungen wollen heute wie damals gepflegt werden. Hier lesen Sie, worauf es online und offline wirklich ankommt.

Die drei As: Anstand, Aufmerksamkeit, Authentizität

Wer andere Menschen kennenlernen will – egal ob beruflich oder privat – sollte sich an bestimmte Umgangsformen halten. Dazu gehört selbstverständlich ein höfliches Auftreten. Die Anonymität der sozialen Medien verführt zu einem informellen Umgangston und zur schnell dahingeschriebenen Zeile. Was unter alten Bekannten akzeptabel ist, kann jedoch Geschäftsbeziehungen beenden, bevor sie überhaupt begonnen haben. Dabei kann man sich online sogar schneller ins Aus manövrieren als offline, denn auch das Ablehnungsknöpfchen ist schnell gedrückt. Der erste Eindruck ist entscheidend. Um gut anzukommen, sollten Sie folgende Regeln beachten:

  1. Anstand: Stellen Sie sich höflich vor. Das „Sie“ ist in aller Regel die bevorzugte Anrede, es sei denn, Sie bewegen sich in einer Umgebung, in der sich jeder duzt. Seien Sie zuvorkommend. Schon kleine Gesten, wie das Aufhalten einer Tür, schaffen eine freundliche Atmosphäre.
  2. Aufmerksamkeit: Zeigen Sie, dass Sie sich für Ihr Gegenüber interessieren. Eine Kontaktaufnahme ist keine Selbstinszenierung. In einem Online-Forum schauen Sie sich das Profil der Person an, mit der Sie Verbindung aufnehmen möchten, und nehmen in Ihrer Kontaktanfrage Bezug auf gemeinsame Ziele oder Anliegen. Auf einem Empfang oder einer Messe zeigen Sie Interesse durch Fragen und Zuhören.
  3. Authentizität: Glaubwürdigkeit ist der Samen, aus dem eine vertrauensvolle Geschäftsbeziehung erwächst. Das bedeutet nicht, dass Sie sich nicht von Ihrer besten Seite zeigen sollten. Sie sollten sich jedoch nicht als jemand präsentieren, der Sie nicht sind. Sprücheklopfer werden manchmal schneller entlarvt als ihnen lieb ist.

 

Netzwerken heißt kommunizieren

Nach der Kontaktanbahnung beginnt der schwierige Teil. Um peinlichem Schweigen vorzubeugen, ist es ratsam, sich im Vorfeld zu überlegen, mit welchen Themen das Gespräch am Laufen gehalten werden kann. Am besten eignet sich Unverfängliches, wie Anlass und Ort der Veranstaltung, die Anreise oder das Essen. Selbst wenn Sie bereits einen konkreten geschäftlichen Grund für die Kontaktanbahnung haben, empfiehlt es sich nicht, gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Viele Menschen schmähen Smalltalk als oberflächlich. Richtig eingesetzt schafft er jedoch eine angenehme Atmosphäre und stellt eine persönliche Verbindung zwischen den Gesprächspartnern her. Smalltalk ist übrigens kein angeborenes Talent, sondern eine Fähigkeit, die sich durch regelmäßiges Praktizieren verfeinert. Nutzen Sie also jede Gelegenheit, um sich in der Kunst der Konversation zu üben.

Auch in virtuellen Netzwerken entsteht durch das Annehmen einer Kontaktanfrage nicht automatisch eine Geschäftsbeziehung. Da das persönliche Element fehlt, bietet sich Ihr gemeinsames Thema als Konversationsgegenstand an. Lesen Sie Artikel, die von Ihren Netzwerkpartnern veröffentlicht werden und kommentieren Sie, wenn es angemessen ist. Auf diese Weise fühlen sich Ihre Kontakte ernstgenommen. Und das ist die beste Ausgangsbasis für eine langfristige Geschäftsverbindung.

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