Rettung durch Restrukturierung – schnelles Handeln zahlt sich aus

Jedes Unternehmen kann mal in eine Krise geraten. Schwierigen Situationen begegnen Sie am besten, indem Sie sich ihnen frühzeitig stellen und aktiv handeln. Dazu gehört auch die Bereitschaft, sich von Experten helfen zu lassen. In diesem Newsletter zeigen wir Ihnen, wie Sie existenzgefährdende Entwicklungen erkennen und welche Möglichkeiten es gibt, eine Unternehmenskrise zu überwinden. Dafür beantworten wir die folgenden Fragen:

  1. Wodurch entstehen Unternehmenskrisen?
  2. Was tun, wenn die Zahlungsunfähigkeit droht?
  3. Welche Möglichkeiten gibt es, einen Konkurs abzuwenden?
  4. Wie gelingt der Turnaround?
  5. Warum lohnt sich ein professioneller Sanierungsberater?

5 Antworten auf den Punkt gebracht

Wodurch entstehen Unternehmenskrisen?

Unternehmenskrisen können viele Ursachen haben. Manchmal führt eine Wirtschaftskrise zu einem Umsatzeinbruch, manchmal reißt der Zahlungsausfall eines großen Kunden den Lieferanten mit in die Insolvenz. Städtische Planungen können einem Unternehmen ebenfalls einen Strich durch die Rechnung machen, wenn beispielsweise eine Umgehungsstraße das Verkehrsaufkommen für den Betrieb verringert. In den allermeisten Fällen liegen die Ursachen für eine Krise jedoch im Unternehmen selbst.

Familiäre Umstände und Managementfehler sind häufigste Krisenursachen

Im Mittelstand ist der Erfolg des Unternehmens besonders stark mit der Person des Geschäftsführers verbunden. Eine plötzliche Krankheit oder der Tod des Inhabers haben deshalb schon viele Betriebe ins Schleudern gebracht. Bei mittelständischen Firmen basiert der Erfolg außerdem häufig auf dem Einfallsreichtum des Gründers. Um jedoch dauerhaft Gewinne zu erwirtschaften, muss sich ein Unternehmen immer wieder neu erfinden, muss neue Produkte entwickeln und neue Absatzwege auskundschaften. Vor allem brauchen die Entscheider ein gutes Controlling, um frühzeitig festzustellen, welche Unternehmensbereiche gut laufen und wo sich Schwierigkeiten abzeichnen. Mangelndes Controlling wird von vielen Insolvenzverwaltern als eine Hauptursache für Unternehmenskrisen benannt. Hinzu kommt, dass mittelständische Unternehmen meist zu wenig Eigenkapital besitzen, um eine Krise zu bewältigen.

Was tun, wenn die Zahlungsunfähigkeit droht?

Die meisten Unternehmen warten leider viel zu lange bis sie einer drohenden Krise tatsächlich ins Auge blicken und verspielen dadurch die Chance auf eine Rettung. Immerhin werden rund 80 Prozent aller Insolvenzanträge mangels Masse abgelehnt.

Frühes Agieren erhöht Chancen auf Rettung

Solange Finanzierungspartner, Lieferanten, Arbeitnehmer, Kunden und andere Stakeholder Vertrauen haben und noch nicht alle finanziellen Reserven aufgebraucht sind, verfügt die Firma über einen gewissen Handlungsspielraum. Mit fortschreitender Krise schränkt sich dieser immer mehr ein. Je früher ein Unternehmer also während einer Krise handelt, desto größer sind seine Chancen, dass er den Betrieb weiterführen kann.

Woran erkennt man eine Krise?

Die frühzeitige Erkennung einer Krise und die Rettung eines angeschlagenen Unternehmens erfordern ein detailliertes Controlling und umfassende kaufmännische Kenntnisse. Die Stärke vieler Mittelständler besteht in den umfassenden Branchenkenntnissen, während auf der kaufmännischen Seite oft Defizite bestehen. Hier kann ein professioneller Berater helfen. Spätestens, wenn Sie sich in einer der folgenden Situationen befinden, ist es an der Zeit sich Rat von außen zu holen:

  • Löhne und Gehälter werden nicht mehr pünktlich bezahlt
  • Rückstände bei Finanzamt und Sozialversicherung
  • Geschäftspartner liefern nur noch gegen Vorkasse
  • Bank kürzt Kreditlinien oder lässt Lastschriften wegen ungedeckter Konten zurückgehen
  • geringe Kundenforderungen / schlechte Zahlungsmoral der Kunden
  • überfällige Verbindlichkeiten bei Lieferanten

Welche Möglichkeiten gibt es, einen Konkurs abzuwenden?

Bei einer sehr frühzeitigen Erkennung der Schieflage kann die Krise noch mittels außergerichtlicher (privater) Maßnahmen überwunden werden. Die Voraussetzung dafür ist ein überzeugender Businessplan. Je nach individueller Situation stehen dem Unternehmen eine Reihe unterschiedlicher Restrukturierungsansätze zur Verfügung, wie zum Beispiel:

  • Finanzielle Maßnahmen: Vergleich, Zahlungsaufschub, Factoring, Verkürzung der Zahlungsziele, Lagerreduktion
  • Organisatorische Maßnahmen: Restrukturierung, Kooperationen mit anderen Unternehmen, Personalmanagement
  • Bilanzielle Maßnahmen: Verkauf nicht betriebsnotwendiger Aktiva, Auflösung stiller Reserven, Sale-and-Lease-Back, Umwandlung kurzfristiges in langfristiges Fremdkapital
  • Insolvenzverfahren schützt vor Gläubigern

Ist der Druck seitens der Gläubiger bereits zu groß, hilft nur noch ein Insolvenzantrag. Dieses Verfahren ermöglicht es der Firma, sich zu sanieren und einen Ausgleich mit den Kreditgebern zu finden. Auch hier gilt: je eher desto besser. Dabei werden Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung und ohne Eigenverwaltung unterschieden. Welcher Weg der bessere ist, muss für jeden Fall individuell entschieden werden. Manchmal ist die Branchenexpertise des bisherigen Geschäftsinhabers entscheidend für den Erfolg einer Sanierung. In anderen Fällen ist das Vertrauen zwischen Gläubigern und Unternehmer so weit zerstört, dass nur ein Außenstehender einen Ausgleich bewirken kann. Ein Sanierungsberater hilft, den aussichtsreichsten Weg für eine erfolgreiche Restrukturierung zu finden.

Wie gelingt ein Turnaround?

Am Anfang jeder Restrukturierung steht immer eine detaillierte Analyse der Krisenursachen. Dabei werden die Kosten- und Erlösstruktur, die Wertschöpfungsprozesse und die Finanzierungsstruktur genau unter die Lupe genommen und die Stärken und Schwächen des Betriebes herausgearbeitet. Anschließend muss ein Aktionsplan entwickelt und implementiert werden. Ein effizientes und ressourcensparendes Vorgehen ist dabei essenziell. Außerdem sollten von Anfang an alle Stakeholder, also Lieferanten, Banken, Mitarbeiter, Körperschaften des öffentlichen Rechts und gegebenenfalls auch die Kunden mit einbezogen werden. Denn eine Restrukturierung oder Sanierung hat nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn alle an einem Strang ziehen.

Suche nach den richtigen Investoren

Eine Unternehmenskrise führt früher oder später fast immer zu Liquiditätsengpässen. Oft bildet die bestehende Finanzierungsstruktur aus zu wenig Eigenkapital und zu hoher Kurzfristfinanzierung ein so enges Korsett, dass der Firma nur wenig Handlungsspielraum bleibt. In diesen Fällen hängt das Gelingen der Restrukturierung maßgeblich von der Suche nach geeigneten Investoren ab, die bereit sind, Risikokapital zu investieren, die Verbindlichkeiten der Bank zu übernehmen und dem Unternehmen die notwendige Liquidität bereitzustellen.

Warum lohnt sich ein professioneller Sanierungsberater?

Unternehmer kennen sich oft nicht oder zu unzureichend mit den juristischen Rahmenbedingungen aus, um den erfolgversprechendsten Weg für eine Restrukturierung zu finden. Insbesondere, wenn die Krise auf Managementfehler oder mangelndes Controlling zurückzuführen ist, wird es dem Geschäftsführer schwer fallen, die wahren Krisenursachen und mögliche Potenziale für den Turnaround zu entdecken. Ein Sanierungsberater hingegen hat schon viele Unternehmen durch schwierige Situation begleitet. Weiteres sind persönliche Haftungsrisiken für den Geschäftsführer, ein latentes Thema, dies vor allem bei Eröffnung eines Sanierungsverfahrens.

Sanierungsberater schafft Vertrauen und hilft bei der Investorensuche

Ein externer Berater mit Sanierungserfahrung verleiht dem Unternehmen und dem Aktionsplan eine höhere Glaubwürdigkeit und es fällt leichter, Stakeholder als auch im Insolvenzfall den Massenverwalter von der Restrukturierung zu überzeugen. Darüber hinaus verfügt er meist auch über die nötige Erfahrung, um bei Bedarf übergangsweise das Management zu übernehmen, bis das Vertrauen in die bisherige Geschäftsführung wieder hergestellt ist. Sein großes Netzwerk hilft bei der Investorensuche und der oft nötigen Beschaffung von Liquidität und Risikokapital, sowie bei der Risikominimierung in Haftungsangelegenheiten für den derzeitigen Geschäftsführer.

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