Warum es nie zu früh ist, über die Unternehmensnachfolge nachzudenken

Im Mittelstand ist es leider immer noch sehr verbreitet, dass die Firmeninhaber die Kontrolle bis ins hohe Alter selbst behalten, sei es, weil sie noch keinen geeigneten Nachfolger gefunden haben oder weil sie Angst vor dem großen Nichts danach haben. Meistens schneiden sie sich damit jedoch ins eigene Fleisch. Wer sicherstellen will, dass das Lebenswerk fortbesteht, muss frühzeitig beginnen, es in neue Hände zu legen. Warum? Das lesen Sie hier.

Die Gewissheit, etwas Bleibendes geschaffen zu haben

Ein Unternehmen zu gründen und wachsen zu sehen, ist eine erfüllende Lebensaufgabe. Dabei geht es nicht nur um Geld und Status. Mit seinen Produkten und Dienstleistungen befriedigt der Betrieb Kundenbedürfnisse und gibt anderen Menschen Arbeit. Als Unternehmer tragen Sie deshalb eine große Verantwortung. Dazu gehört ebenfalls, dafür zu sorgen, dass die Firma irgendwann auch ohne Sie weiterbestehen kann. Zu viele Unternehmen müssen noch immer liquidiert werden, weil ihre Inhaber die Nachfolge zu spät oder gar nicht geregelt haben.

Wer führt statt kontrolliert, ist besser gewappnet

Selbst wenn Sie noch jung sind und voller Energie, sollten Sie sich mit dem Thema Nachfolge auseinandersetzen. Nachfolge bedeutet schließlich nicht unbedingt Ruhestand. Was passiert, wenn Sie plötzlich krank werden oder in ihrer Familie ein Pflegefall eintritt, der sie zwingt, kürzer zu treten? Der erste Schritt in der Nachfolgeregelung besteht darin, das Tagesgeschäft an qualifizierte Mitarbeiter zu übertragen. Neben der beruhigenden Gewissheit, dass der Laden auch läuft, wenn Sie nicht alles kontrollieren, schaffen Sie sich Freiräume für Ihre eigentliche Führungsaufgabe – die Arbeit an der Unternehmensstrategie.

Familienzwistigkeiten vermeiden

Familien überwerfen sich leider regelmäßig in Erbstreitigkeiten. Ist ein Betrieb involviert, bringt das neben dem persönlichen Trauma auch wirtschaftliches Unheil, und zwar nicht nur für die Angehörigen. Angestellte, die mit der Familie gar nichts zu tun haben, können ihre berufliche Perspektive und ihr Einkommen verlieren. Für einen Familienbetrieb ist es deshalb besonders wichtig, frühzeitig und offen über die Nachfolge zu reden. Möchte jemand aus der Verwandtschaft die Unternehmensleitung zu übernehmen, ist es sinnvoll, den Junior langfristig auf die Aufgabe vorzubereiten. Besteht kein Interesse oder droht Streit um den Posten, ist es klüger, außerhalb des Familienkreises nach einem Nachfolger zu suchen. Schließlich möchten Sie sich Ihren Ruhestand nicht mit Familienzwistigkeiten verderben.

Höherer Preis – bessere Altersvorsorge

Da Kinder und Enkel heutzutage gerne ihre eigenen Wege gehen, stellt der Unternehmensverkauf oftmals die eleganteste Lösung dar. Auch hier spielt der Zeitfaktor eine wichtige Rolle. Schließlich haben Sie ein Leben lang einen Großteil Ihrer Ressourcen in die Firma gesteckt. Der Verkaufspreis sollte Ihnen also einen bequemen Ruhestand ohne Geldsorgen ermöglichen. Wer den Unternehmenswert maximieren will, sollte fünf bis zehn Jahre vor dem geplanten Ruhestand mit der Vorbereitung beginnen. Je besser der Betrieb aufgestellt ist, desto mehr Kaufinteressenten werden sich zum gewählten Zeitpunkt finden. Und Nachfrage lässt den Preis bekanntlich steigen.

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