Was ist an den Mythen über das Investmentbanking wirklich dran?

Investmentbanking

Viele Absolventen interessieren sich für eine Karriere im Investmentbanking. Dennoch haben nur verhältnismäßig wenige den Mut, sich tatsächlich zu bewerben, weil sie glauben, sie hätten keine Chance. Einschlägige Filme haben dazu geführt, dass zahlreiche Mythen über die Branche kursieren, die in Wirklichkeit nur zur Hälfte oder gar nicht stimmen. In diesem Artikel räumen wir damit auf. 

Mythos 1: Wer nicht alles Einsen auf dem Zeugnis hat, hat keine Chance.

Das stimmt so nicht. Natürlich erhöht ein sehr guter Schulabschluss die Bewerbungschancen. Aber ebenso wichtig, wenn nicht gar wichtiger, ist praktische Erfahrung in der Finanzbranche. Mit einem Praktikum in einer Investmentbank an einem internationalen Finanzplatz wie London, New York oder Singapur weckt man sehr viel mehr Aufmerksamkeit in der Personalabteilung.

Mythos 2: Investmentbanking ist nur was für Wirtschaftswissenschaftler.

Im Gegenteil: Mathematiker, Physiker und Ingenieure sind ebenso gefragt. Auf ihr mathematisches Verständnis kann eine Investmentbank bei der Entwicklung von Szenarien und Modellen nicht verzichten. Und auch Absolventen anderer Fachrichtungen haben eine Chance, wenn ihr Fachwissen die Beurteilung von Projekten erleichtert.

Mythos 3: Investmentbanking ist Männersache.

Es stimmt, dass die Branche noch immer von Männern dominiert wird. Aber in den letzten Jahrzehnten hat sich viel verändert. Mittlerweile steigen auch immer mehr Frauen in die Top-Positionen auf. So galt beispielsweise Sallie Krawcheck von der Bank of America einst als „Queen der Wall Street“. Heute setzt sie sich aktiv für Frauen in der Finanzbranche ein. Und 2014 machte gar die saudische Investmentbank NBC Capital eine Frau zur obersten Chefin.

Mythos 4: Familie ist mit diesem Beruf nicht vereinbar.

Wie in vielen anderen Wirtschaftsbereichen auch, setzt sich das Thema „Beruf und Familie“ erst langsam durch. Aber weil auch Investmentbanken talentierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nicht durch die Babypause verlieren wollen, wird es immer leichter, flexible Arbeitszeiten und Teilzeitverträge auszuhandeln.

Mythos 5: Die Arbeitszeiten sind extrem lang.

Das stimmt. In kaum einer anderen Branche, außer vielleicht in Unternehmensberatungen, wird so lange gearbeitet wie im Investmentbanking. Als „Entschädigung“ werden Investmentbanker dafür außerordentlich gut bezahlt.

Mythos 6: Wer Karriere machen will, muss nach London.

Es kann auch New York sein. Aber ein Auslandsaufenthalt an einem internationalen Finanzplatz schiebt die Karriere definitiv an. Schließlich finden hier die wichtigsten Geschäfte statt. Wer als Student schon ein Praktikum in London oder New York macht, erfährt aus erster Hand, wie die Branche tickt, und beginnt, sich ein internationales Netzwerk aufzubauen – ein großes Plus im Investmentbanking. Und die gesammelten Sprachkenntnisse sind auch nicht von Nachteil.

Mythos 7: Investmentbanker müssen nur gut mit Zahlen umgehen können.

Selbstverständlich braucht ein Investmentbanker ein gutes Zahlenverständnis. Aber die wichtigste Voraussetzung ist, dass sie gut mit ihren Kunden umgehen. Ein großer Teil des Jobs beinhaltet den Aufbau und die Pflege von Kundenbeziehungen.

Mythos 8: Investmentbanken suchen nur Berufserfahrene.

Lassen Sie sich nicht von einzelnen Stellenausschreibungen entmutigen. Investmentbanken sind jedes Jahr auf der Suche nach Absolventen. Fragen Sie am besten in der Personalabteilung nach Traineeprogrammen. Die meisten Absolventen starten Ihre Karriere im Investmentbanking über ein solches Programm.

Mythos 9: Als Investmentbanker wird man reich.

Wer klug und engagiert ist, hat im Investmentbanking tatsächlich die Chance, reich zu werden. Natürlich erreichen nur die wenigsten die Top-Positionen, wo sieben- bis achtstellige Gehälter gezahlt werden. Aber auch in den unteren Rängen werden Gehälter gezahlt, die weit über dem Durchschnitt der meisten Branchen liegen.

Mythos 10: Investmentbanker ist ein Traumjob.

Das hängt von Ihren persönlichen Interessen und Neigungen ab. Investmentbanking ist im Gegensatz zu gängigen Vorurteilen harte Arbeit. Aber für alle, die gerne mit Menschen arbeiten, keine Angst vor Zahlen haben und die über den monatlichen Gehaltsscheck hinaus Freude und Zufriedenheit empfinden, wenn sie ein schwieriges Projekt zum Erfolg führen, kann Investmentbanking in der Tat der Traumjob sein.

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