Wie Investoren bei Übernahmen schnell die Spreu vom Weizen trennen

Die Due Diligence, wie die detaillierte Überprüfung eines Unternehmens genannt wird, ist einer der wichtigsten Schritte im Rahmen des Unternehmenskaufs und hat einen großen Einfluss auf die Bewertung der Firma. Je nach Betriebsgröße dauert eine Due Diligence oft mehrere Wochen und benötigt die Mitarbeit zahlreicher Experten. Das ist teuer. Deshalb gehen Investoren zunehmend dazu über, eine Red Flag Due Diligence oder eine Selective Focus Due Diligence vorzuschalten.

Durch die Aufteilung der Due Diligence in eine Vorprüfung und eine Hauptprüfung lässt sich ein ganz klassisches Problem lösen: Je mehr Zeit und Geld man in ein Projekt investiert, desto schwieriger wird es aus psychologischer Sicht, dieses abzubrechen. Die Red Flag Due Diligence und die Selective Focus Due Diligence sind vom Aufwand überschaubar. Sie tragen dazu bei, den M&A-Prozess effizienter zu gestalten, indem aussichtslose Projekte so früh wie möglich identifiziert werden. Das hilft nicht nur der Käuferseite. Auch für den Verkäufer ist es von Vorteil, rechtzeitig Probleme im Verkaufsprozess zu erkennen, um gezielt an Lösungen arbeiten zu können.

Red Flag Due Diligence – die Suche nach K.-o.-Kriterien

Mit Red Flag bezeichnet man im Englischen nicht nur ein rotes Fähnchen, sondern auch ein Warnzeichen. Bei einer Red Flag Due Diligence verschafft sich der Kaufinteressent zunächst einen Überblick über das Unternehmen, um eventuelle K.-o.-Kriterien für die Übernahme zu identifizieren. Das kann eine finanzielle Schieflage sein oder auch ein schwelender Rechtsstreit. Ausgehend von den Ergebnissen kann der Investor entscheiden, ob er bei einzelnen Themen tiefer bohren und beispielsweise eine gezielte Legal Due Diligence in Auftrag geben will, oder ob er die Verhandlungen sofort abbricht.

Selective Focus Due Diligence – Konzentration auf das Wesentliche

Eine andere Alternative, den Prüfungsprozess besser auf die Bedürfnisse der Verhandlungspartner abzustimmen, ist die Selective Focus Due Diligence. Hier konzentriert sich der Investor auf einzelne Bereiche, die ihm besonders wichtig sind, beispielsweise eine bestimmte Produktsparte. Indem die Themen mit der höchsten Wahrscheinlichkeit für potenzielle Dealbreaker zuerst untersucht werden, wird der Prüfungsaufwand ebenfalls relativ gering gehalten.

Umfassende Due Diligence folgt im nächsten Schritt

Weder die Red Flag Due Diligence noch die Selective Focus Due Diligence ersetzen eine umfassende Unternehmensprüfung. Sie sind der eigentlichen Due Diligence lediglich vorgelagert und dienen vor allem dazu, frühzeitig die Spreu vom Weizen zu trennen. Mehr über den Due Diligence Prozess erfahren Sie in unserem Newsletter „Due Diligence – wie Investoren Unternehmen unter die Lupe nehmen“.

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